Rieder: Höhepunkt der Grippewelle überschritten

Impfbereitschaft gestiegen; volkswirtschaftlicher Schaden dennoch enorm

Wien, (OTS) "Die heurige Grippewelle in Wien ist im internationalen Vergleich günstig verlaufen. Es gab keine dramatischen Situationen in der Versorgung der Erkrankten, die
Zahl der Grippeopfer wird voraussichtlich unter der des Vorjahres liegen", zog Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp RIEDER im Rahmen
der Bürgermeisterpressekonferenz am Dienstag eine Zwischenbilanz zur heurigen Grippewelle. "Wir führen diese positive Entwicklung auch darauf zurück, dass die Impfbereitschaft der Wienerinnen und Wiener höher war als in den letzten Jahren, und somit viele potentielle Grippeopfer von der Influenza verschont blieben bzw. keine Angehörigen mit dem Virus infiziert haben", so Rieder.
"Daher wollen wir die erfolgreiche Grippeimpfaktion der Stadt Wien ausbauen und im nächsten Jahr verstärkt jene Personen, die mit vielen anderen Menschen in Kontakt stehen, zur Impfung
motivieren."

Seit Beginn der Grippewelle um den Jahreswechsel 1999/2000 erkrankten bisher rund 114.000 Wienerinnen und Wiener an Grippe. Experten gehen von weiteren Erkrankungsfällen in den nächsten Wochen aus, schätzen aber, dass insgesamt weniger Menschen als im Vorjahr (Grippesaison 1998/1999: 187.000 Erkrankte) erkranken werden.****

An dem Pressegespräch nahm auch der Generaldirektor des
Wiener Krankenanstaltenverbundes, Prim. Dr. Ludwig Kaspar, teil.

Impfbereitschaft steigt: MA 15 meldet fast 20 Prozent mehr Impfungen

In Wien ließen sich im Rahmen der MA 15 - Influenzaimpfaktion ab dem Herbst 1999 bisher insgesamt 50.595 Personen (vorläufige Bilanz, Stand 30. Jänner 2000) gegen echte Grippe impfen. Im
Rahmen der Impfaktion in der Grippesaison 1998/1999 wurden 42.050 Personen geimpft. Das entspricht trotz dem erst vorläufigen Ergebnis der letzten Impfaktion einem Anstieg von 19 Prozent.

"Wir sehen, dass unserer Aufrufe, sich gegen Influenza impfen zu lassen, Wirkung zeigen", so Rieder. Alleine nach Ausbruch der Grippewelle wurden in den Impfstellen der MA 15 noch über 5.000 Personen geimpft. "Dabei geht es vor allem darum, bei geschwächten oder älteren Menschen Komplikationen, die mitunter
lebensbedrohlich sein können, zu verhindern", so Rieder.

Volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe

Auch wenn es noch keine Berechnung des volkswirtschaftlichen Schadens der heurigen Grippewelle gibt, so lässt sich auf Grund
der Erfahrungen aus den Vorjahren dennoch sagen, dass dieser mit
ein bis zwei Milliarden Schilling zu beziffern ist.

Grippewelle 1999/2000: Bisher rund 114.000 Erkrankte

Seit Beginn der Influenzawelle 1999/2000 wurden bisher
mittels des Wiener Grippemeldesystems 113.900 Erkrankungen an
echter Grippe (Influenza) und grippalen Infekten in der Bundeshauptstadt registriert. Auslöser der diesjährigen Grippewelle ist - wie auch im letzten Jahr - der Virustyp A(H3N2)
- Stamm Sidney. Der Beginn der Grippewelle war in der Woche um den Jahreswechsel 1999/2000, momentan befinden wir uns in der 6. Woche der Grippewelle, wobei der Höhepunkt in der 2. Woche mit 26.900 Neuerkrankungen zu verzeichnen war.

Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre gehen die
Experten der MA 15 von weiteren Grippeerkrankungen aus, die Zahl
der Neuerkrankungen ist jedoch rückläufig. So wurden in der Vorwoche (24.1. - 30.1.) "nur" noch 18.900 Erkrankungsfälle registriert.

1. Woche (27.12.1999 - 2.1.2000): 17.200 Erkrankungen
2. Woche (3.1. - 9.1.): 26.900 Erkrankungen
3. Woche (10.1. - 16.1.): 24.600 Erkrankungen
4. Woche (17.1. - 23.1.): 26.300 Erkrankungen
5. Woche (24.1. - 30.1.): 18.900 Erkrankungen

o Die Wiener Gebietskrankenkasse vermerkte seit Beginn des

Jahres rund 52.000 grippebedingte Krankmeldungen.
o Während der Grippewelle 1998/1999 erkrankten in Wien

187.000 Menschen.
o Wie viele Todesfälle auf die Grippewelle zurückzuführen sind,

wird sich erst retrospektiv anhand der Ganzjahres-
Sterbestatistik ermitteln lassen. Internationale Erfahrungen
gehen bei einer Grippewelle von 2-50 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern aus.

Grippegipfel: Wiener Spitäler, Rettung und Ärztekammer erarbeiteten Krisenplan

Die hohe Zahl der Grippeerkrankungen in Wien hat zu einer massiven Inanspruchnahme aller medizinischen Einrichtungen
geführt. Da die Grippe oft mit sehr hohem Fieber und möglichen Begleiterkrankungen wie Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung einhergeht, wurden Hausärzte, der Ärztefunkdienst (Telefon 141), der Notruf der Wiener Rettung (Telefon 144) sowie die Wiener Krankenanstalten verstärkt in Anspruch genommen. Auf Initiative
von Gesundheitsstadtrat Rieder wurde deswegen zu Beginn der Grippewelle ein Grippegipfel einberufen, an dem die Direktoren der städtischen Schwerpunktkrankenhäuser, Vertreter der Wiener Rettung sowie Vertreter des Ärztefunkdienstes der Wiener Ärztekammer eine gemeinsame Vorgehensweise im Fall von einem weiteren Ansteigen der Grippezahlen vereinbarten.

Am Höhepunkt der Grippewelle wurden in den Internen Abteilungen der Spitälern der Stadt Wien bis zu 200 Grippe-Notbetten aufgestellt. Ebenso suchten viele Grippe-Patienten die Notfallambulanzen auf, wobei der Großteil dieser Patienten ihre Grippe nach dem Besuch in der Spitalsambulanz zu Hause auskurieren konnte.

Wiener Rettung: 20 Prozent mehr Ausfahrten

Die Wiener Rettung (MA 70) verzeichnete am Höhepunkt der Grippewelle bis zu 530 Ausfahrten pro Tag (durchschnittliche Ausfahrtszahl: bis zu 400 Ausfahrten). Allein in der zweiten Jännerwoche (10.1 - 16.1.) wurden 3.516 Einsätze verzeichnet, das sind um rund 20 Prozent mehr als in einer durchschnittlichen
Woche.

Im zentralen Bettencomputer der Wiener Rettung, in dem zur Verfügung stehende leere Krankenhausbetten rund um die Uhr abgerufen werden können, mussten die Aufnahmekontingente der einzelnen Internen Abteilungen der Städtischen Krankenhäuser immer wieder erhöht werden, um die Grippepatienten unterbringen zu können.

Grippemeldesystem

In das Wiener Grippemeldesystem sind 30 niedergelassene Ärzte für Allgemeinmedizin sowie 5 niedergelassene Kinderfachärzte eingebunden. Auf Grund der wöchentlich von diesen Ärzten ermittelten Zahl der Neuerkrankungen an Influenza oder grippalen Infekten errechnen Experten der MA 15 eine Gesamtstatistik für Wien. So können Beginn und Höhepunkt der Grippewelle genau erfasst werden. (Schluss) mmr

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