"Neue Zeit" Kommentar: "Mit Haider im Bett" (von Helmut Griess)

Ausgabe vom 1.2.2000

Graz (OTS) - Da hat er zwar den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac als einen Mann bezeichnet, der "nicht weiß, wovon er redet". Da hat er die belgische Regierung "korrupt" genannt und auch Thomas Klestil attackiert, weil dieser ihn nicht ausreichend verteidigt habe. Wenn der Sturm der Empörung zu groß wird, dann zieht "der Jörgl, der sich was traut", das alles halt "meinetwegen" mit dem "Ausdruck des Bedauerns" zurück. Und schon soll alles wieder in Ordnung sein.

Ist es nicht: Der FP-Chef meint offensichtlich, dass er sich immer noch auf dem Niveau der Kärntner Landes- und der österreichischen Innenpolitik herumbalgt. Haiders Widerparts sind mittlerweile aber nicht irgendwelche Landespolitiker, sondern internationale Politiker von Ansehen und Gewicht. Ihnen geht es auch nicht bloß um persönliche Beleidigungen - was kümmert es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt? -sondern vor allem darum, dass es im Europa der EU zu keinem Dammbruch kommt.

Zum Unterschied zum schlampigen Umgang mit der Vergangenheit in Österreich ist es für sie von Bedeutung, wenn einer die "ordentliche Beschäftigungspolitik des Dritten Reichs" gelobt hat, Konzentrationslager "Straflager" genannt und die "Lieben Freunde von der Waffen-SS" willkommen geheißen hat. Dass Haider das alles egal ist, überrascht nicht. Ein amtierender Aussenminister wie Wolfgang Schüssel hätte aber wissen müssen, was er seinem Land antut, wenn er sich mit Haider ins Bett legt.

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