"Neues Volksblatt - Kommentar: "Prock?" (von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 1. 2. 2000

Linz (OTS) - Andreas Rudas hat nie so recht in die Rolle eines Bundesgeschäftsführers der SPÖ gefunden. Der Ex-ORF-Generalsekretär hat zu verhalten agiert, es hat ihm an Ideen, an rheortorischer Überzeugungskraft wie an der Kunst, der SPÖ zu einem unverwechselbaren Profil zu verhelfen, gemangelt. Daran trägt nicht er die Schuld, sondern diejenigen oder derjenige, die ihn auf diesen Posten berufen haben. Mit Alfred Gusenbauer versucht nun ein Neuer sein Glück in der SPÖ-Zentrale. Der Ex-Juso-Chef bringt zweifellos mehr politische Erfahrung als sein Vorgänger mit. Und noch etwas:
Gusenbauer repräsentiert seit Beginn seiner Karriere den extrem-linken Flügel seiner Partei.

Gusenbauers Bestellung muss somit als die von vielen Genossen geforderte "Rückbesinnung auf sozialistische Werte" gesehen werden. Dies umso mehr. als es jetzt gilt, sich als schlagkräftiger Widerpart zu einer Mitte-rechts-Regierung zu profilieren. Gusenbauers Bestellung kann auch als die erste Maßnahme für die Zeit nach Viktor Klima gesehen werden. Viele Genossen können sich weder Klima noch Schlögl als zündenden Oppositionsführer vorstellen, ein radikaler Kurswechsel müsste sich demnach auch im Parteivorsitz niederschlagen:
Prock statt Schlögl?

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