"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Nüchternheit" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 1. Februar 2000

Graz (OTS) - Augen zu und durch! Lange dürfen die blau-schwarzen Koalitionsverhandlungen nicht mehr dauern, denn jeder Tag treibt stürmischere Wellen der Kritik auf Österreich zu und mit jedem Tag wird auch die Stimmung im Land gereizter. Es ist eine sich gefährlich aufschaukelnde Spirale: Nach den Medien rührten sich die Regierungen in fast ganz Europa und damit haben die Zeitungen und Fernsehsender wieder einen Anknüpfungspunkt, das Thema weiterzudrehen.

Jörg Haider spielt mit, sei es aus Berechnung oder aus Unbeherrschtheit, und damit werden die Töne nur noch schriller. Da kann ein EU-Abgeordneter nicht still halten, sondern muss vor der Abreise nach Brüssel schnell Öl ins Feuer gießen. Angesichts der sich wie ein Virus ausbreitenden Hysterie wünscht man sich die Nüchternheit eines Schweizer Beobachters: "Die Absender von Protesten sollten erkennen", schreibt die Neue Zürcher Zeitung, "dass sie zur Abwehr Haiders jenes untaugliche Rezept empfehlen, das das offizielle Österreich in den letzten 14 Jahren angewandt hat: Tabuisierung, Dämonisierung und Ausgrenzung". Aus der Geschichte zu lernen ist im Fall Haider ein zweifacher Rat.

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