Mitteilung des Österreichischen Presserates

Volle Namensnennung eines jugendlichen Verdächtigen im Titel und in zwei Artikeln von Johann Haginger, Michael Steinparz und Lothar Schwertführer in der Neuen Kronen Zeitung vom 12.1.2000

Wien (OTS) - Der Österreichische Presserat hat sich in seiner heutigen Sitzung des Zweiten Senats mit der o.g. Beschwerde befaßt und ist zu folgendem Spruch gelangt:

Durch die Veröffentlichung des vollen Namens des mutmaßlichen jugendlichen Verdächtigen wurde gemäß § 13 (2) d) 2. des Ehrenkodex für die Österreichische Presse die Berufspflichten der Presse grob verletzt.

Die entsprechende Passage (Punkt 6. Abs. 4 Ehrenkodex) lautet wörtlich:

"Berichte über Verfehlungen Jugendlicher dürfen deren mögliche Wiedereingliederung in die Gesellschaft nicht erschweren oder gar verhindern. Volle Namensnennung ist in solchen Fällen zu unerlassen".

Des weiteren beschloß der Österreichische Presserat die Eröffnung von Verfahren wegen der Veröffentlichung von Bildern des jugendlichen Verdächtigen in mehreren Medien.

Im Namen des Vorsitzenden
Paul Vecsei

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