LHStv. Dr. Bauer: Neues schutzwasserwirtschaftliche Grundsatzkonzept für die Schwechat präsentiert

St. Pölten, (SPI) - "Das neue schutzwasserwirtschaftliche Grundsatzkonzept der Schwechat setzt neue Maßstäbe. In allen künftigen Hochwasserschutzprojekten sollen künftig die Schutzfunktion mit der Ökologie sinnvoll verknüpft werden. Das Zeitalter des "bloßen Dammbaus durch die Landschaft" ist damit endgültig vorbei. Sünden der Vergangenheit, wie beispielsweise die Durchpflügung von Au-Retentionsflächen zu Lasten der Umwelt, dürfen nicht wiederholt werden. Das Vorhaben eines neuen Hochwasserschutzkonzeptes stellt ein dringliches Anliegen für die Bevölkerung dar, die damit vor Hochwässern in der statistischen Größenordnung 100jähriger Hochwässer geschützt werden soll", stellt LHSTv. Dr. Hannes Bauer anlässlich des heute im Rathaus Traiskirchen präsentierten neuen Schutzwasserwirtschaftlichen Grundsatzkonzeptes der "Schwechat" fest.****

Die Aufgabe des Grundsatzkonzeptes ist die Beschreibung des Abflusses der Schwechat bei großen Hochwässern. Dazu wird der Raum ermittelt, der zum Abfließen des Wassers benötigt wird; vor allem werden die vom Hochwasser bedrohten Bereiche die Überflutungsflächen ausgewiesen. Der Untersuchungsbereich reicht von Alland bis zur Querung der Südautobahn in Guntramsdorf. Die dafür erforderlichen Untersuchungen an der Schwechat wurden im Auftrag des Amtes der NÖ Landesregierung von der GRUPPE WASSER - einer renommierten Ziviltechnikergesellschaft für Wasserwirtschaft - durchgeführt. Die Finanzierung erfolgte zu gleichen Teilen von Bund und Land.

Den ersten und wesentlichsten Untersuchungsschritt stellt die Erhebung vorhandener Aufzeichnungen über den Abflussraum dar. Hier sind besonders Hochwassermarken des Hochwassers vom Juli 1997, Fotos und Videoaufnahmen sowie Beschreibungen zu erwähnen, die zeigen, wie und wo das Hochwasser bisher abgeflossen ist. Mit diesen Grundlagen, dem digitalen Geländemodell des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen und geodetisch aufgenommenen Fluss- und Talprofilen wurde ein mathematisches Modell des Flusses erstellt. Mit diesem Modell können die Wasserspiegellagen berechnet und Überflutungsflächen bestimmt werden. Die Mengen der maßgeblichen Hochwässer (HQ30 und HQ100) wurden vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Hydrologie, bekannt gegeben; sie bilden die hydrologische Basis für die weitere Abflussuntersuchung im Bearbeitungsgebiet. Die Ergebnisse der Abflussuntersuchung sind in Querprofilen und Längenschnitten des Flusses sowie im Lageplan dargestellt. Hier sind zusätzlich zu den Abflussgrenzen beobachteter Hochwässer der Hochwasserabflussbereich gemäß Wasserrechtsgesetz (Abflussraum bei HQ30) sowie die nach dem Raumordnungsgesetz relevante Abgrenzung der Überflutungen bei HQ100 dargestellt.

Als Grundlage für zukünftige Planungen erfolgt weiters eine Klassifikation der Überflutungsflächen, die nach folgenden Gesichtspunkten vorgenommen wird:
- Derzeitiger Gerinneausbau (Regulierung, Hochwasserschutzdämme);
- Schutzwürdigkeit des bestehenden Umlandes in Bezug auf Hochwasserüberflutungen;
- Erhaltungswürdigkeit der bestehenden Überflutungsräume;
- Möglichkeiten für die Vornahme gezielter Maßnahmen (Hochwasserrückhaltebecken).

"Wir müssen in Zukunft Synergieeffekte zwischen Natur- und Umweltschutz und modernsten Hochwasserschutz-Bautechniken nutzen. Diese neue Ausrichtung im Schutzbau ist im Einklang mit den Bemühungen des Landes zu sehen, zahlreiche Flusslandschaften Niederösterreichs wieder zu revitalisieren und naturnah zu gestalten", so Bauer weiter. Die verantwortliche Abteilung der Landesregierung ist jedenfalls von mir angewiesen, bei jedem neuen Hochwasserschutzprojekt ein Optimierungskonzept für dessen naturnahe Gestaltung auszuarbeiten und die Erfordernisse der gewachsenen Landschaft, die vorhandene Fauna und Flora und die Interessen der Nutzer maßgeblich zu berücksichtigen", so Bauer weiter. Wenn sich ein Fluss einen neuen Weg bahnt, heißt Hochwasserschutz nicht mehr automatisch, das Wasser in sein altes Flussbett zurückzudrängen. "Wir müssen uns immer vor Augen führen, dass wir uns vor negativen Auswirkungen der "Elemente" zwar schützen können, in letzter Konsequenz zeigt uns die Natur aber immer wieder ihre Unbezwingbarkeit. Nur das "mit ihr Leben" ist zielführend, ein Spiel "gegen die Natur" kann nicht gewonnen werden", so LHStv. Bauer abschließend.
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