LHStv. Dr. Bauer: Bedrohte Tiere in unseren Gewässern

Podiumsdiskussion über Artenschutz im Rahmen der diesjährigen Jagd- und Fischereiausstellung

St. Pölten, (SPI) – Heute Sonntag, 30. Jänner, um 10.30 Uhr, wird erstmals die brandaktuelle "rote Liste" des Landes Niederösterreich über die in Österreich heimischen Krebse vorgestellt. Die Vorstellung erfolgt im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Titel "Bedrohungen in unseren Gewässern" bei der diesjährigen Jagd- und Fischereimesse in
Wien. Als prominenter Teilnehmer und zugleich Präsentator bei
der Podiumsdiskussion wird Niederösterreichs Naturschutzreferent LHStv. Dr. Hannes Bauer mit Vertretern der Landwirtschaft, der
Jagd- und Fischereivereine sowie Artenschutzexperten über das Problem des Verschwindens vieler Tierarten aus Österreichs Gewässern, aber auch über entsprechende Gegenstrategien, sprechen.****

Die Neuerscheinungen "Fische und Neunaugen” und nun
"Urzeitkrebse und Flußkrebse” sind in enger Zusammenarbeit mit der Fischerei entstanden und berühren den aktuellen Arbeitsschwerpunkt "Schutz der Fließgewässer”, wo seitens des Landes in letzter Zeit zahlreiche Aktivitäten gesetzt wurden.
"Rote Listen sind wissenschaftlich bestens aufbereitete
Unterlagen für den Naturschutz sowie für jeden interessierten Leser leicht zugänglich”, meint Landeshauptmannstellvertreter
Dr. Bauer stolz. Mit der Schriftenreihe "Roten Listen
ausgewählter Tiergruppen Niederösterreichs” hat das Land Niederösterreich neue Maßstäbe gesetzt. Auch international haben die gefällig aufgemachten, bunten Broschüren mit dem gewichtigen Naturschutz-Inhalt für großes Aufsehen und breite Zustimmung gesorgt.

Rote Listen sind im letzten Jahrzehnt ein wichtiges Instrument
der Naturschutzarbeit geworden. Dabei wird die heimische
Tierwelt in verschiedene Gefährdungskategorien eingeteilt, von "ausgestorben”, "vom Aussterben bedroht” über "stark gefährdet”, "gefährdet” bis hin zu "nicht genügend bekannt”. Damit wird der Grad der Gefährdung deutlich gemacht und die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen unterstrichen. Bei den Fischen und Neunaugen
sind in Niederösterreich beispielsweise bereits 5 Arten ausgestorben und 4 weitere als vom Aussterben bedroht eingestuft (Sterlet, Hundsfisch, Huchen, Steingressling). "Zur Erhaltung
des Huchen wurde 1999 erfreulicherweise ein LIFE-Natur Projekt
von der Europäischen Kommission bewilligt und auch für den Hundsfisch steht ein umfassendes Schutz- und Förderungskonzept unmittelbar vor der Realisierung. An den Mittel- und Unterlaufabschnitten der Alpenvorlandflüsse Pielach, Melk und
Mank sowie entlang der Donau im Raum der Wachau werden Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes des Huchens, eine der meist gefährdeten Fischarten Europas, gesetzt. Künstliche Hindernisse sollen für die Fische durch Vernetzung der Flußläufe und Passierbarmachung der Wehren beseitigt werden, eine natürliche Laichwanderung wird dadurch wieder möglich. Nach Fertigstellung
ist wieder ein Fließgewässerverbund von insgesamt 78 Kilometer – Pielach 21 km; Melk 16 km; Mank 8 km - Wachau 33 km - gegeben,
der dem Huchen wieder genügend Raum zur Entfaltung gibt. Weiters sollen die noch bestehenden Wildflußabschnitte der Pielach durch Grundstücksankäufe unter Schutz gestellt werden, was vor allem für die dort lebenden Vogelpopulationen, wie beispielsweise den allseits bekannten "Eisvogel”, von besonderer Bedeutung ist.

Bei all diesen Artenschutzvorhaben im Gewässerbereich und ganz besonders bei den Flußkrebsen ist die Zusammenarbeit mit den Fischereiberechtigten von ganz entscheidender Bedeutung.
Bestände einheimischer Edel- und Steinkrebse können durch
falsche Besatzmaßnahmen mit ausländischen Signal- oder auch Kamberkrebsen durch Übertragung der Krebspest schwerstens geschädigt werden”, so der NÖ Naturschutzpolitiker weiter. Deshalb legt man beim Naturschutz in Niederösterreich auf eine
enge Zusammenarbeit mit der Jagd, der Fischerei, besonders aber
auch mit der Landwirtschaft, großen Wert. Auch Zoohändler und Aquarienhalter müssen aber wissen, daß ihre Pfleglinge nicht in freie Gewässer gelangen dürfen, da die ökologischen und ökonomischen Folgewirkungen durch möglicherweise eintretende Schäden am heimischen Krebsbestand fatal sein können. Aufklärung und sachlich richtige Information tut hier also besonders not. (Schluss) fa

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