GRÜNE: INBETRIEBNAHME TEMELINS WEGEN STROMIMPORT ÖSTERREICHS Glawischnig fordert Offenlegung aller Verträge Österreichs mit Tschechien

"Nur weil Österreich, Deutschland und die Schweiz in Zukunft Strom aus Tschechien importieren wollen, wird das Atomkraftwerk Temelin überhaupt in Betrieb gehen", kritisiert die Umweltsprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, anhand von Unterlagen aus Tschechien. Denn das tschechische Energieversorungszunternehmen CEZ behauptet, daß entsprechende Export-Verträge mit Österreich bereits fixiert worden sind. Ein CEZ-Sprecher gab zudem in der CEZ-Generalversammlung und in Zeitungs-Interviews bekannt, dass bis zum Jahr 2005 in Tschechien selbst überhaupt kein Bedarf an den 1000 Megawatt bestehen. "Die österreichische Regierung hat daher zwar lautstark beteuert, gegen die Inbetriebnahme von Temelin zu sein, wenn die Aussagen der CEZ-Manager aber stimmen, hat Österreich gleichzeitig Verträge über die Lieferung von Atomstrom abgeschlossen. Das wäre der Super-GAU der österreichischen Anti-Atompolitik", so Glawischnig.

Die Grünen fordern daher die sofortige Offenlegung aller laufenden und künftigen Stromverträge mit Tschechien. "Wenn sich dann herausstellt, daß diese Verträge existieren, müssen sie von Österreich sofort gestoppt werden. Ansonsten hat die Regierung jegliche Glaubwürdigkeit in der Anti-Aompolitik verspielt", kommentiert Glawischnig.

Laut CEZ stieg der Stromexport von Tschechien von 1595 Gigawattstunden (GWh) im Jahre 1994 auf 5674 GWh im Jahre 1999. Die ab dem Jahr 2000 für den Export geplanten 8000 GWh Tschechiens entsprechen rund 2/3 der Temelinstromproduktion. Konkret sei bereits in der Vergangenheit Strom nach Österreich, Deutschland und Schweiz exportiert worden, geht aus einem CEZ-Papier hervor. Die massive Steigerung des Export wird mit neuen, größtenteils bereits unterzeichneten Verträgen begründet, so das CEZ-Papier weiter. "Ohne Stormimport aus Tschechien müßte daher Temelin nicht in Betrieb gehen und die Bedrohung durch das Ost-West-Raktor-Experiment Temelin wäre gebannt" so Glawischnig abschließend.

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