"profil"-Umfrage: FPÖ rückt nahe an SPÖ

Schüssel und Klestil stürzen in der Wählergunst ab - van der Bellen belibtester Politiker - bei FP- Regierungsbeteiligung glauben die Österreicher an Verschlechterung des Auslandsimages

Wien (OTS) - Laut einer Umfrage des Nachrichtenmagazins
"profil" ist die FPÖ in der Wählergunst der Österreicher
bereits sehr nah an die SPÖ herangerückt. Derzeit würden
31 bis 33 Prozent der Österreicher die SPÖ wählen. Fast
gleichauf die Freiheitlichen, denen derzeit 30 bis 32
Prozent der Befragten zugeneigt sind.

Dramatisch ist die Lage für die Volkspartei - sie verliert
laut "profil"-Umfrage, die im Auftrag des
Nachrichtenmagazins vom Institut für Strategische Markt-
und Meinungsforschung (ISMA) durchgeführt wurde
mindestens fünf Prozentpunkte gegenüber dem
Wahlergebnis vom 3. Oktober und käme bei einer
Neuwahl bloß auf 20 bis 22 Prozent der Wählerstimmen.
Zu den Siegern würden die Grünen gehören, die laut ISMA
derzeit zwischen 13 und 15 Prozent der Österreicher
hinter sich haben. Das Liberale Forum hingegen würde mit
einem Ergebnis zwischen einem und drei Prozent erneut
den Einzug ins Parlament verpassen.

Auch einzelne Politiker stürzen in der Gunst der Wähler
deutlich ab. Von ÖVP-Parteichef Wolfgang Schüssel haben
bloß 35 Prozent der Österreicher eine gute Meinung - bei
der letzten vergleichbaren Befragung im Juni vergangenen
Jahres waren es noch 56 Prozent gewesen. Von
Bundespräsident Thomas Klestil haben nur noch 59
Prozent der Befragten eine gute Meinung (ein Minus von
19 Prozentpunkten), SP-Chef Viktor Klima liegt bei einem Beliebtheitswert von 65 Prozent (ein Minus von 13
Prozentpunkten).

Zugelegt hat laut "profil"-Umfrage Jörg Haider, von dem
43 Prozent der Österreicher eine gute Meinung haben (ein
Plus von 12 Prozentpunkten) - und vor allem Grünen-Chef
Alexander van der Bellen, der mit 74 Prozent Zustimmung
die Rangliste anführt (ein Plus von 29 Prozentpunkten).

Auf die Frage, wer Kanzler werden sollte, führt Viktor
Klima mit 50 Prozent klar vor Wolfgang Schüssel mit 18
Prozent Zustimmung und Jörg Haider mit 16 Prozent
Zustimmung.

In den aktuellen Regierungsverhandlungen wächst laut "profil"-Umfrage die Kritik am Verhalten von
Bundespräsident Klestil. Drei von fünf Österreichern sind
mit seiner Vorgangsweise in den vergangenen Wochen
"eher nicht einverstanden".

Von den derzeit möglichen Szenarien tendieren die
Österreicher zu Neuwahlen. 35 Prozent halten den
erneuten Gang zur Urne für die beste Lösung, 34 Prozent
sind für Schwarz-Blau, 11 Prozent tendieren zu einer SPÖ-FPÖ-Koalition. Die rot-schwarze Koalition wurde nicht
mehr abgefragt.

Sollte es tatsächlich zu einer schwarz-blauen Koalition
kommen, so sehen die Österreicher laut "profil"-Umfrage
die Freiheitlichen eindeutig als Juniorpartner. 61 Prozent plädieren dafür, dass die ÖVP in einer Koalition mit der
ÖVP den Kanzler stellt - nur 28 Prozent sind für die
umgekehrte Konstellation. Ein Grund dafür könnten die
negativen Auslandsreaktionen auf die österreichischen Regierungsverhandlungen sein.

Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten, exakt 60
Prozent, meinen, dass eine Regierungsbeteiligung der FPÖ
dem Image Österreichs abträglich wäre.

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