"profil": Wiesenthal: "Neuwahlen besser als Schwarz-Blau"

Simon Wiesenthal plädiert dafür, "der FPÖ keine Chance" zu geben

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, steht
Simon Wiesenthal einer Regierungsbeteiligung der FPÖ
ablehnend gegenüber. Wiesenthal: "Es wäre das erste Mal
in Europa seit 1945, dass extreme Rechte in einer Regierung vertreten sind." Eine blau-schwarze Koalition bedeute
"großen Schaden für Österreich" und, so Wiesenthal weiter, "extreme Rechte in anderen Ländern werden sich dadurch
zu mehr Aktivität ermuntert fühlen".

Wiesenthal hält nicht von der Argumentation, der FPÖ eine
Chance zu geben, um sie an ihren Taten zu messen.
Wiesenthal im "profil"-Interview: "Ich würde ihnen keine
Chance geben. Sie müssen in der Gesellschaft beweisen, wer
und wie sie sind, nicht in einer Regierung. Eine Regierung
ist kein Platz, etwas zu beweisen. Eine Regierung muss
regieren."

Auf die Frage, welchen Rat er dem österreichischen Bundespräsidenten geben würde, meinte Wiesenthal: "Ich
würde ihm sagen, Neuwahlen sind besser als Schwarz-Blau. Schwarz-Blau kann noch immer kommen, aber es kann
auch etwas Besseres kommen."

Seine Koffer habe er noch nicht gepackt, sagte der
91jährige. Es dürfe sich jedoch niemand damit beruhigen,
dass die FPÖ in Anti-Ausländer-Parolen Juden nicht
erwähne. Simon Wiesenthal im Interview mit "profil":
"Antisemitismus ist etwas, was sich ein Österreicher in der Öffentlichkeit nicht leisten kann. Daher spricht man gegen
die Ausländer. Es gibt genug Leute, für die die Juden auch Ausländer sind."

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