Im neuen FORMAT: FPÖ-Kultursprecher Michael Krüger entschuldigt sich bei Elfriede Jelinek und bezeichnnet Theaterdirektor Dietmar Pflegerl als "Wendehals". Staatsopern-Direktor Ioan Holender sagt: "Ära Waldheim war gegen blau-schwarze Koalition ein Lercherl".

Wien (OTS) - Im neuen FORMAT entschuldigt sich der FPÖ-Kultursprecher Michael Krüger bei der Schriftstellerin Elfriede Jelinek dafür, daß sie 1995 auf einem FPÖ-Plakat verunglimpft wurde:
"Aus heutiger Sicht war es natürlich ein Fehler, daß die Elfriede Jelinek auf diesen Plakaten aufgeschienen ist. Man kann da sicher die Kulturpolitiker mit einbeziehen - einen Scholten und eine Pasterk. Aber man kann niemals einer Jelinek vorwerfen, Staatskünstlerin gewesen zu sein. Weil sie das bei Gott nicht war." Trotzdem habe Krüger der Autorin, die bei einer FPÖ-Regierungsbeteiligung das Land verlassen will, jüngst folgendes gesagt: "Wer sich einmal so historisch irrt wie Sie, und Sie waren Mitglied der KPÖ zu einer Zeit, als die KPÖ eine Tochtervereinigung der KPdSU in Moskau war, der ist natürlich nicht davor gefeit, daß er sich abermals irrt. Und meiner Meinung nach irren Sie sich jetzt auch wieder in ihrer Einschätzung über die politische Lage."

Ebenfalls im neuen FORMAT bezeichnet Krüger den Direktor des Stadttheaters Klagenfurt, Dietmar Pflegerl, als "Wendehals". Pflegerls prompte Replik: "Wer sich gegen Vereinnahmung wehrt, wird von der FPÖ erfahrungsgemäß in einem zweiten Schritt diffamiert. Wenn ein Fliegengewicht wie Krüger im Rahmen einer schwarz-blauen Koalition noch mehr Einfluß auf die Kulturpolitik bekommen sollte, hat das fatale Folgen."

Auch Staatsoperndirektor Ioan Holender warnt vor einer Regierungsbeteiligung der FPÖ: "Gehen Sie davon aus, daß es eine blau-schwarze Koalition wird - und nicht umgekehrt. Die ÖVP hat lediglich die Aufgabe, den Wolf, der ja von den Wählern auch mehr Stimmen bekommen hat, mit dem Schafspelz zu bemänteln. Ich sage Ihnen, verglichen mit dem, was da jetzt politisch auf uns zukommt, war die Ära Waldheim nur ein Lercherl."

Und Josefstadt-Direktor Helmuth Lohner wettert: "Die Freiheitlichen sind eine Katastrophe, ein Gipfel an Inkompetenz in Kulturfragen, Ideologen sondergleichen. Wenn ihnen ein Künstler nicht paßt, drehen sie sofort das Geld ab. Sie haben das Kulturverständnis des Ständestaates."

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