Sozialdemokraten

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Opposition Ausgabe vom 29. 1. 2000 Klagenfurt (-) Der Weg der Sozialdemokraten in die Opposition ist der einzig gangbare. Denn wer erneuern will, darf keinen fetten Bauch haben. Nur wer hungert, kann reformieren. Freilich, der Verlust der Macht tut weh. Davon können die Kärntner Roten ein Lied singen, die sich noch heute für Dinge verantwortlich fühlen, die längst nicht mehr in ihrem Einflussbereich liegen. Wer keine Macht hat, kann keine Posten, Ämter und Gelder vergeben. Und wer nichts bieten kann, dem laufen die Soldaten, Wähler und Sponsoren weg und dem fehlt letztlich auch der Nachwuchs. In Wien geht es nicht nur um gut dotierte Ministerposten. Nach 30 Jahren roter Oberherrrschaft hat sich die Koalition in allen Lebenslagen ein Mitspracherecht gesichert. Egal, ob es sich dabei um Posten in den Höchstgerichten oder in der Nationalbank, um EU-Jobs oder um die Zusammensetzung des ORF-Kuratoriums handelt. Es darf daher nicht wundern, wenn aus dem sogenannten Rot-Schwarz-Funk künftig ein blaugefärbter ORF wird. Etliche Medien haben in den letzten Tagen ohnedies die große Volte geschlagen. Dass in Zukunft andere Bullen beim Trog sitzen, wird die SPÖ-Granden zwar schmerzen, was aber viel nachhaltiger wirkt, ist das gesellschaftspolitische Aus und der damit verloren gegangene Verlust, die Gesetze mit einem Hauch von Humanität auszustatten. Das gilt für das Justizwesen ebenso wie für die Frauen- und Ausländerpoltik. Der Ruf nach gnadenloser Strafverfolgung ist populärer denn je. Die Sozialdemokraten haben eine lange Durststrecke vor sich. Ob sie sie meistern, hängt allein von ihnen ab.

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