Csörgits zu Kinderbetreuungsscheck: Enorme Falle für Frauen

Scheck geht auf Kosten von anderen Sozialleistungen

Wien (ÖGB). Protest der ÖGB-Frauen kam heute zur geplanten Einführung eines ”Karenzgeldes für alle” und eines Kinderbetreuungsschecks. ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits warnt: ”Ein Kinderbetreuungsscheck würde ein Ausstieg für Frauen aus dem Arbeitsmarkt bedeuten, ohne Chance auf Rückkehr.” ++++

Csörgits: ”Je länger die Berufsunterbrechung bei Kinderbetreuung, desto schwieriger der Wiedereinstieg in den Beruf. Für Frauen bedeutet das massive Erschwernisse nach der Babypause wieder einen Arbeitsplatz zu finden.” Bei Berufsunterbrechung von vier bis fünf Jahren, reduziert sich die Chance einen Arbeitsplatz zu finden auf null, ganz abgesehen von Karrierechancen.” Gleichzeitig wies Csörgits darauf hin, dass der Kinderbetreuungsscheck auf Kosten anderer Sozialleistungen gehen werde. Beispielsweise werde dadurch die Erhöhung des Karenzgeldes auf Höhe der Ausgleichszulage verhindert, auch die Einführung eines einkommensabhängigen Karenzgeldes werde damit ad acta gelegt.

Die ÖGB-Frauenvorsitzende wies auch darauf hin, dass der Ausbau an weiteren bedarfsorientierten Kinderbetreuungseinrichtungen auf Grund der konservativen VP/FP-Politik kein politisches Ziel mehr sei. Csörgits: ”Die Einführung eines Kinderbetreuungsschecks ist eine Frauenfalle ersten Ranges.” Ihre Befürchtung: Frauen werden rasch aus dem Erwerbsleben gedrängt werden und müssen daher auf Erwerbstätigkeit verzichten. Damit sei das Ziel konservativer Politik von VP und FP erfüllt.

Klare Bedenken äußerte Csörgits neuerlich zur Einführung eines ”Karenzgeldes für alle”, da es auf Kosten erwerbstätiger Frauen gehe. (bfm)

ÖGB, 28. Jänner 2000 Nr. 43

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