LHStv. Dr. Bauer: Neuorientierung der Jugendwohlfahrt in Niederösterreich

Jugendwohlfahrt-Enquete im NÖ Landhaus

St. Pölten, (SPI) - "Aufgabe der Jugendwohlfahrt ist es, Eltern jene Hilfe und Unterstützung anzubieten, die ihnen als Rüstzeug dient, ihren Kindern bedürfnisgerechte Versorgung, Bildung und Erziehung angedeihen zu lassen - dies gilt insbesondere dann, wenn ihre Ressourcen und Erziehungsmöglichkeiten nicht ausreichen. Jugendwohlfahrt, die effektiv helfen will, muss den gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen und Anforderungen der jeweiligen Zeit entsprechen. Sie muss qualitativ hochwertig, lebensorientiert, ressourcenorientiert ihre Mittel einsetzen, aber auch kosteneffektiv sein", so LHStv. Dr. Hannes Bauer im Rahmen der heute im NÖ Landhaus stattfindenden Enquete zum Thema Jugendwohlfahrt, bei der Mitarbeiter der öffentlichen und privaten Jugendwohlfahrt über die Weiterentwicklung der Jugendwohlfahrt in Niederösterreich diskutieren, aber auch Experten und internationale Fachleute zu Wort kommen. Nun gibt es in Niederösterreich ein Projekt - JUPRO Niederösterreich -, das die Neuorientierung und Verbesserung des gesamten Angebotes und eine Effektivierung der Kooperation der öffentlichen und privaten Jugendwohlfahrt zum Ziel hat.****

Wichtige Eckpfeiler dabei sind:

- Einbindung der NÖ Landesjugendheime in die Jugendwohlfahrtsplanung zur Anpassung einer bedarfsgerechten Versorgungsstruktur.

- Entwicklung eines Leitbildes für die Abteilung Heime, Bereich Jugendheime mit Ausweitung des Leitbildes auf die Landesjugendheime mit dem Leitgedanken einer bedarfsgerechten dezentralen Versorgung und eines abgestuften Versorgungsangebotes, wie vollstationäre und teilstationäre Versorgung.

- Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung für die Erzieher, Etablierung eines 3 semestrigen Weiterbildungslehrganges an der LAK, der mit September 1999 zum ersten mal gestartet wurde. Dieser Lehrgang dient Mitarbeitern im Erzieherdienst ohne abgeschlossener pädagogischen Ausbildung zur Weiterbildung.

- Mit September 2000 Start eines berufsbegleitenden Collegs für Erzieher an der Bildungsanstalt für Sozialpädagogik, vor allem für Erzieher in NÖ Landesjugendheimen, die jetzt bereits in Landesjugendheimen beschäftigt sind, aber noch keine abgeschlossene pädagogische Ausbildung aufweisen können. Weiterentwicklung einer spezifischen heiminternen Weiterbildung für die Mitarbeiter.

- Erarbeitung eines kurz- und mittelfristigen Sanierungskonzeptes für alle Jugendheime unter Berücksichtigung der zukünftigen Entwicklung der Jugendwohlfahrt. Damit ist in den nächsten Jahren mit einem voraussichtlichen Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 120 Mio. zu rechnen.

- Weiterentwicklung neuer Angebote in den Landesjugendheimen mit besonderem Schwerpunkt auf die Bereitstellung zusätzlicher Krisenplätze und teilstätionäre Angebote,
Intensivierung der Zusammenarbeit mit Trägern, verstärkte Förderung der Elternarbeit.

- Zur Erreichung des Ziels, dass Kinder so lange wie möglich in ihren Familien bleiben können und/oder die Dauer des Aufenthaltes in Heimen so kurz wie möglich zu halten, ist

- neben dem Ausbau von niederschwelligen Angeboten -, die Vernetzung der privaten und öffentlichen Dienste von entscheidender Bedeutung. Dabei werden die Heime zukünftig als Schnittstelle fungieren müssen.

- Enge Zusammenarbeit und fachliche Untersützung der Herkunftsfamilie

"Weiters ist die Abteilung Jugendwohlfahrt derzeit mit der Vorbereitung der NÖ Jugendwohlfahrtsgesetz-Novelle befasst. Das Gesetz aus dem Jahr 1991 soll den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und neuen Entwicklungskonzepten angepasst werden. Eckpunkte der Novelle sollen u.a. die ausdrückliche Verankerung des Prinzips der Anwendung der gelindesten Hilfeform (anstelle von Heimunterbringungen eher niederschwellige Angebote, wenn dies zweckmäßiger und erfolgversprechender ist) sowie die Einführung von Meldestellen für jegliche Meldungen von Angehörigen von Gesundheitsberufen betreffend Gewalt an Kindern", so LHStv. Dr. Hannes Bauer weiter. Weiters ist vorgesehen, im Bereich der Erziehungsmaßnahmen zunehmend neue Wege zu beschreiten. Dies betrifft z.B. die "Familienintensivbetreuung", die durch mehrere private Vereine angeboten wird und Heimunterbringungen weitgehend vermeiden helfen soll.

"Soziale Arbeit im Bereich der Jugendwohlfahrt muss sich den neuen Herausforderungen annehmen, mit dem Wandel der Zeit Schritt halten sowie professionell und wissenschaftlich fundiert arbeiten, um dem beschleunigten demographisch, technologisch-ökonomisch, kulturellen und sozialen Wandel sowie den sich zuspitzenden Krisen der Erwerbsarbeit zu begegnen", so LHStv. Dr. Hannes Bauer abschließend. (Schluss) fa

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