"Neue Zeit" Kommentar: "Gordisch" (von Josef Riedler)

Ausgabe vom 28. 1. 2000

Graz (OTS) - Die "Quadratur des Kreises" wird ein Problem genannt, für das es keine Lösung gibt. Eine solche Quadratur des Kreises hat Bundespräsident Klestil vom SP-Vorsitzenden Viktor Klima verlangt:
Eine Regierung, die sich auf eine stabile Mehrheit stützen kann und die Ansehen im In- und Ausland genießt. Ansehen hätte ein Klima-Kabinett durchaus gehabt. Nur mit der stabilen Mehrheit klappte es nicht.

Jetzt probieren es Haider und Schüssel. Die stabile Mehrheit wäre auf Anhieb da. Nur mit dem Ansehen happert es. Im Inland stellen die Meinungsforscher fest, dass sich nur an die zehn Prozent der Wähler eine FP-VP-Regierung wünschen. Es gibt keine Konstellation, die den Österreichern mehr zuwider wäre.

Und das FP-VP-Ansehen im Ausland? Man wisse dass es da Probleme gebe, hieß es in ÖVP und FPÖ, man werde daher mit Kritik sensibel umgehen. Und schon trampelte die VP-Dame Ferrero-Waldner gemeinsam mit dem FP-Spezialisten Westenthaler wie die Elefanten durch den Porzellanladen. Taxfrei ernannten sie führende Konservative aus ganz Europa zu linken Kollaborateuren Klimas. Das Ansehen von FP-VP im Ausland ist, wie sich deutlich zeigt, erbärmlich.

Die Quadratur des Kreises ist nicht machbar. Ein ebenso altes Problem hat allerdings einst Alexander der Große gelöst. Den unaufknüpfbaren Gordischen Knoten hat er einfach mit dem Schwert zerhauen. Ein Bundespräsident hat heutzutage natürlich kein Schwert. Aber er hätte eine andere Möglichkeit, sein Problem zu lösen:
Neuwahlen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neue Zeit,
Tel.: 0316/2808/306

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PNZ/OTS