Einmischer

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Haider und FPÖ Ausgabe vom 28. 1.2000 Klagenfurt (OTS) - Genährt von der FPÖ werden an Österreichs Stammtischen alt-neue Verschwörungstheorien gesponnen. Internationale Sorge und Kritik an der freiheitlichen Machtbeteiligung in Österreich werden als Einmischung jüdisch-sozialistischer Dunkelmänner abgetan. Dass sich gleichermaßen die Konservativen Europas um uns sorgen, macht die "Verschwörung" nur noch hintergündiger und interessanter. "Was geht das de an?" Ich vermute, dass Jörg Haider dieser Waldheim-Effekt sehr ungelegen kommt. So will er nicht Bundeskanzler werden. Sondern als einer, der sich entschuldigt hat, sich in Israel und der übrigen Welt zeigt, wie er "wirklich" ist und langsam von Jerusalem bis Brüssel auch Vertrauen gewinnt. Also sollte die FPÖ eindeutiger als bisher sagen, dass auch sie die Kritik ernst nimmt. Sonst bleibt möglicherweise der Schüssel wirklich Kanzler. Wenn sich heute Europa sorgt, dann nicht, um sich in innere Angelegenheiten Österreich einzumischen, sondern, weil Haiders Machtergreifung eine Einmischung in innere Angelegenheiten Gesamteuropas befürchten lässt. Der Einmischer ist Haider selbst. Nur er allein kann die Sorge entkräften, dass Mißtrauen abbauen. Schüssel kann das nicht. Seine gestrige, vor dem Europarat angegebene "Garantieerklärung" für Toleranz und Menschenrecht war von seltener Peinlichkeit. So wird die Glaubwürdigkeit Österreichs als verlässlicher Partner in Europa nur weiter untergraben. Wer es notwendig hat, Menschenrechte zu "garantieren", der sieht sie selbst längst gefährdet.

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