"Kleine Zeitung" Kommentar: "Standhaftigkeit" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 28.01.2000

Graz (OTS) - Der schwierigste Teil der Regierungsbildung steht Thomas Klestil erst bevor. Die Regierung, die er unbedingt haben wollte, bekommt er nicht. Jetzt muss er um der Republik willen - der Regierung, die er bekommen kann, obwohl er sie nicht haben wollte, den Start ermöglichen.

Jetzt kann er staatsmännisches Format beweisen. Dabei ist es ziemlich einsam um ihn geworden, denn manche seiner lautstarken Unterstützer und aufdringlichen Berater sind still geworden.

Klestils Aufgabe ist eine doppelte und sie erfordert sowohl Standfestigkeit als auch Diskretion.

In Österreich kann er auf diskrete Weise darauf Einfluss nehmen, dass ein Regierungsprogramm und vor allem eine Regierungsmannschaft zustandekommen, die im Ausland nicht provozierend wirken und glaubwürdig erscheinen lassen, dass die FPÖ eingebunden ist in eine untadelig europäische und humanistische Gesinnung.

Gegenüber dem Ausland nützt uns kein Justament-Standpunkt, sondern nur geduldige, aber standhafte Erklärung. Wie hieß es dieser Tage aus Klestils Umgebung? "Jetzt müssen alle zusammenhelfen, dass dieses Ergebnis der Welt gegenüber verständlich gemacht wird."

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