"Neues Volksblatt" Kommentar: "Doppelpass" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 27. Jänner 2000

Linz (OTS) - Die Strategie ist beliebt, bekannt, unfair und der Reputation Österreichs abträglich.

Das Spiel geht ungefähr so: Eine Partei bestellt sich bei Freunden im Ausland Kritik an missliebigen Konkurrenten, um dann in Österreich unter Krokodilstränen auf diese "Kritik im Ausland" hinzuweisen. Im Nationalrat haben die Grünen gestern konkret vorgeführt, wie dieses Doppelpass-Spiel funktioniert:

1. ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel wird in Österreich in die Nähe einer Schmiergeld-Affäre um den deutschen Waffenhändler Karlheinz Schreiber gerückt.

2. In Deutschland sagt irgend jemand, dass Schüssel vom Parteispenden-Ausschuss des Deutschen Bundestages als Zeuge geladen werden solle. 3. In Österreich wird diese - bestellte? - deutsche Wortmeldung als Beweis dafür vorgelegt, dass an den im Schutz der Immunität vorgebrachten Verdächtigungen etwas Wahres sein muss. Der ÖVP muss klar sein, dass sie sich mit der Abkehr von den Sozialisten eine Menge Ärger eingebrockt hat. Von der SPÖ direkt und von ihren linken Freunden. Und der FPÖ geht's nicht anders. Die einzige Möglichkeit, die Speere ins Leere zu lenken, ist erfolgreiche Arbeit. Nach dem abgewandelten Motto: Wann der Wähler net will, nutzt der Schmutzkübel gar nix!

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