Befreiungsschlag

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: FPÖ - ÖVP Ausgabe vom 27. Jänner 2000 Klagenfurt (OTS) - Die SPÖ verlässt nach 30 Jahren als weitaus stimmenstärkste Partei im Lande die Regierungsbühne. Ja, sie war Bundeskanzler-Partei en suite. Nun wird sie von Viktor Klima in die Opposition geführt. Ein durchaus normaler demokratischer Vorgang, und doch ein Wechsel, dem das Außergewöhnliche anhaftet. Selbst unter der Mehrzahl der Österreicher weckt dieser Wechsel das seit Jahren dahinschlummernde politische Interesse. Was wird kommen? Wir wissen es alle nicht. Auch in Paris und Berlin weiß man es nicht, doch die Sorge ist groß und gibt Anlass zum Warnen. Klima, der es gar nicht mehr nötig hätte, beschwichtigt in Stockholm. Schüssel verkündet wie nichts anderes lauthals, dass er die FPÖ schon noch auf den Europakus und den Kurs des Humanen einschwören werde. Doch allein, dass er glaubt, dies verkünden zu müssen, rechtfertigt Sorge und Warnung. Um die Sozialdemokraten hingegen braucht man sich weit weniger zu sorgen. Der Bonus Bundeskanzler-Partei zu sein, hatte sich ja längst ins Gegenteil verkehrt. Nicht der Kanzler war übel, aber die zunehmende Lähmung der SPÖ im Regierungs-Pragmatismus. Der Machtverlust kann als Befreiungsschlag empfunden werden. Wenn die SPÖ weniger der verlorenen Macht nachtrauert und dafür alle Chancen des Machtlosen ausspielt, wird sie endlich wieder ihrer selbst wegen gewählt werden. Jetzt hat die SPÖ die Lieblingsrolle Jörg Haiders inne, die der Opposition. Man kann daraus sehr viel machen. Nicht?

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