KfV: Jedem Kind sein eigener Platz im Schulbus

Der Schulbus ist ein sicheres Transportmittel, aber es besteht Handlungsbedarf bei den Begleitumständen - darum fordert das KfV: Gesicherte Haltestellenbereiche, verpflichtende Aus- und Weiterbildung für die Busfahrer - Einhaltung der gesetzlichen Höchstzahlen (3 Kinder auf 2 Plätzen) und langfristig: Jedem Kind sein Sitz

Wien (OTS) - Dienstag früh ereignete sich im Salzburger Flachgau ein tragischer Unfall: In einer Kurve stürzte ein 6jähriger Bub durch die pneumatische Tür des Schulbusses und fiel dabei so unglücklich auf die Straße, daß er vom Fahrzeug überrollt wurde. Für den Erstklassler kam jede Hilfe zu spät.

"Grundsätzlich ist der Schulbustransport der sicherste Weg zur Schule", sagt Dr. Othmar Thann, KfV-Geschäftsführer, "aber es besteht Handlungsbedarf bei den Begleitumständen." 1998 ereigneten sich österreichweit 544 Unfälle auf dem Schulweg, dabei wurden 581 Schüler im Alter von 6-15 Jahren verletzt und vier Kinder getötet. Die Mehrheit der Kinderunfälle wurde durch unvorsichtige Autofahrer verursacht. 1998 gab es nur zwei Schulbusunfälle. Dabei hat es sich um sogenannte "Anorakunfälle" gehandelt: Das Kind ist beim Aussteigen mit seiner Jacke in der Tür hängengeblieben, wurde mitgeschliffen und dabei schwer verletzt.

Das Gefährdungspotential liegt bei Schulbusunfällen vor allem im Schulbusumfeld.

Unfälle ereignen sich vor allem:

1. beim Ein- und Aussteigen,
2. im Bus, wenn Kinder sich um ihren Platz raufen müssen, und
3. im Haltestellenbereich. Vor allem ungesicherte Straßenkreuzungen verursachen im Haltestellenbereich brenzlige Situationen: Kinder strömen aus dem Bus und werden vom ankommenden Verkehr nicht gesehen. Oder, Kinder rasen zum ankommenden Bus und queren die Straße ohne auf den Verkehr zu achten.

Fazit: Der Schulbus ist ein sicheres Transportmittel, aber es besteht Handlungsbedarf bei den Begleitumständen. Darum fordert das KfV gesicherte Haltestellenbereiche. Eine pädagogische Ausbildung und Supervision für die Busfahrer. Besondere Checks für den technischen Zustand der Busse. Die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen (3 Kinder auf 2 Plätze) sollten erfüllt werden und die genehmigten Höchstzahlen sollten in den Bussen nicht überschritten werden. Langfristig sollte jedes Kind einen eigenen Platz bekommen, selbst wenn es vorerst nur ein Stehplatz wird. Das sollte auch für den Linienverkehr gelten.

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