György Sebestyén - der donauländische Kentaur

Ausstellung erinnert an den morgen-Gründer

St.Pölten (NLK) - Eine Ausstellung über einen mit Niederösterreich zutiefst verbundenen Literaten bereitet die Österreichische Nationalbibliothek vor: Vom 9. Februar bis 11. März wird im Prunksaal der Nationalbibliothek am Wiener Josefsplatz die Ausstellung "György Sebestyén - der donauländische Kentaur" gezeigt. Sebestyén wäre am 6. Juni 2000 70 Jahre alt geworden. Der gebürtige Budapester starb 1990 in Wien.

Sebestyéns publizistisches und schriftstellerisches Wirken war für Niederösterreich unverzichtbar. Er studierte an der Universität seiner Heimatstadt Philosophie, Archäologie und Ethnologie und kam 1956 als Ungarnflüchtling nach Österreich, fasste sehr rasch auf Grund seiner guten Deutschkenntnisse Fuß, lebte als freier Schriftsteller und veröffentlichte Romane und Erzählungen in deutscher Sprache. Sein umfangreiches Oeuvre umfasst neben Erzählungen und sechs Romanen auch Essays zur Literatur und zur Kulturgeschichte des Donauraumes sowie poetische Reiseberichte, Filmdrehbücher, Hörspiele und ein Theaterstück. Er war Herausgeber der Kulturzeitschrift "Pannonia" und begründete 1977 im Auftrag des NÖ-Fonds die Zeitschrift "morgen", die er bis zu seinem Tod 1990 leitete. "morgen" entwickelte sich zu einer wichtigen und viel beachteten Kraft im Kulturleben des Landes, der "morgen"-Kreis unter Leitung Sebestyéns wurde zum Treffpunkt von Künstlern, Politikern und Medienleuten. Schon lange vor dem Fall des Eisernen Vorhanges war Sebestyén Initiator der "ARGE Donauländer", mit der Sebestyén die Absicht verband, den durch die Monarchie verbundenen und geprägten Raum wieder von neuem mit geistigem, kulturellem und wirtschaftlichem Leben zu erfüllen. Auch die Idee des Donaufestivals als großes Festival der Donauländer stammt von Sebestyén. Die beiden letzten Lebensjahre war er Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs. Wenige Monate vor seinem Tod wurde er mit dem Wildgans-Preis ausgezeichnet.

Sebestyéns Werke stehen im Mittelpunkt einiger Veranstaltungen. Am 25. Februar präsentiert das erste Wiener Lese- und zweite Stegreiftheater die beiden Hörspiele von Sebestyén "Gesang der Böcke" und "Das Ohr" im Rahmen einer Lesung. Am 29. Februar findet eine Führung durch die Ausstellung in der Nationalbibliothek statt, es folgen Vorträge, veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem Österreichischen P.E.N.-Club im Palais Wilczek, Wien I, Herrengasse 5, mit den Vortragenden Erhard Busek, Milo Dor, Wendelin Schmidt-Dengler und anderen. Aus Sebestyéns Werken liest Angelica Schütz.

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