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Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: FPÖ -ÖVP Ausgabe vom 26.1.2000 Klagenfurt (OTS) - Da kann Wolfgang Schüssel zehnmal zum Kanzler gekürt werden, die Macht wird er nicht haben. Man muss kein Prophet sein, um heute schon festzuhalten, dass der gestrige Jubel der ÖVP über ihre absehbare Eroberung des Bundeskanzleramtes der letzte wirkliche Jubel gewesen sein wird. Jetzt kann nur noch der Katzenjammer folgen. Denn zum voraussichtlich eigentlichen Machtzentrum hat die ÖVP nicht einmal Besucherzutritt. Und dieses Machtzentrum ist das Zimmer des Landeshauptmannes am Arnulfplatz. Schüssel ist alles andere als gewählt, er ist zur Zeit von niemanden beauftragt, sondern ausschließlich und allein von Jörg Haider geduldet. Warum da die ÖVP in Jubel ausbrach, wird ihr noch selbst zum Rätsel werden. Sagt man Schüssel auch hohe Intellektualtität nach, das Ziel des Politikers, die Macht, hat er noch nie so verfehlt wie eben jetzt. Um das Kanzlerg"wandl allein kann es ihm doch nicht gegangen sein? Jörg Haider ist klug genug zu wissen, dass auch er nicht gewählt und nicht beauftragt ist. Er überlässt das Kostüm und wartet. Er will gewählt oder "herzlich gebeten" werden. Er will Legitimation. Und so wie Österreich heute geartet ist, wird Haider dann in seinem Machtanspruch legitimiert werden, wenn er den Zeitpunkt für gekommen glaubt. Schüssel wird da längst kein Hindernis mehr sein. Für die SPÖ ist die voraussichtliche Oppositionsrolle zwar nicht lustig, aber kein Malheur. Selbst die Macht in der Opposition ist größer als eine mit Haider "geteilte" Macht.

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