Erster NÖ Frauengesundheitsbericht

Bauer: Sehr gute Schwangerenbetreuung, aber auch Defizite

St.Pölten (NLK) - Um die Bedürfnisse und Anliegen von Frauen besser verstehen zu können, ist es notwendig, Informationen über ihre Gesundheit zu sammeln und daraus zu analysieren. Vom "Austrian’s Health Profile", des vom Ludwig Boltzmann-Instituts für Frauengesundheitsforschung ausgehend, erschien nun im Auftrag des Amtes der NÖ Landesregierung, Abteilung Gesundheitswesen -Sanitätsdirektion, vor kurzem der erste Frauengesundheitsbericht für Niederösterreich. Er erlaubt einen Vergleich mit österreichischen Daten und beleuchtet die besondere gesundheitliche Situation der Frauen in Niederösterreich. In einer Pressekonferenz, die Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Hannes Bauer gemeinsam mit Universitätsprofessorin Dr. Beate Wimmer-Puchinger als Gesamtleiterin des Frauengesundheitsberichtes heute gab, fasste er zusammen: "Dieser Bericht zeigt, dass wir sehr gut in manchen Bereichen sind, in anderen vermelden wir aber wieder Defizite." So sei die Situation zum Beispiel "sehr gut bei der Schwangerenbetreuung", in der Vorbereitung von Geburten und in der Stillbetreuung, wo sich zeige, dass in Niederösterreich dieses Feld der Medizin gut ausgebaut und vernetzt sei. Dagegen sei Niederösterreich ein klassisches "Pendlerland" mit vier- oder fünfstündigen Arbeitswegzeiten pro Tag auch für Frauen. Zudem meinte Bauer, man habe zu wenig Fachärztinnen, und Beate Wimmer-Puchinger assistierte: "Nur 18,7 Prozent von den Gynäkologen im niedergelassenen Bereich sind Frauen."

Auch hieß es, dass in Niederösterreich nur 27.981 Frauen und 24.980 Männer 1997 eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen haben, und das sei, so Bauer, einfach zu wenig. Gerade die Krebsvorsorgeuntersuchung bei Frauen sollte ab dem 50. Lebensjahr verstärkt erfolgen.

Und so sieht es beim Gesundheitsstatus der niederösterreichischen Frauen aus:

39 Prozent der Ärzte sind Frauen, aber nur 7,3 Prozent in leitender Position

Wenig ausgebaut ist in Niederösterreich das Netz niedergelassener Psychotherapeuten. Über 70 Prozent der Betreuten sind aber in Österreich Frauen.

Dafür ist die Lebenserwartung bei den Frauen in Niederösterreich derzeit 80,5 Jahre, gegenüber 73,9 Jahre bei den Männern. Dafür haben die Frauen auch eine höhere Belastung.

Jeder fünfte Sterbefall ist bei den Frauen auf bösartige Tumore zurückzuführen. 1996 sind 3.349 Niederösterreicherinnen an Krebs erkrankt, davon 876 an Brustkrebs.

1996 waren 2.082 Frauen wegen Schenkelhalsbrüchen gegenüber 668 Männern im Spital aufgenommen.

Spitalsaufenthalte durch psychiatrische Erkrankungen und psychische Störungen sind bei Frauen um zwei Drittel häufiger als bei Männern. Dafür waren 3,6mal öfter die Männer wegen Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit im Spital als Frauen.

26 Prozent der Bäuerinnen fühlen sich permanent körperlich und eine von zehn auch ständisch psychisch überlastet.

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