PPV-Industrie konnte 1999 nur leicht zulegen

Produktionswert lag mit 17,5 Mrd Schilling knapp über dem Vorjahresergebnis

Wien (PWK) - Nach Rückgängen im 1. Halbjahr bei Produktionsmenge und -wert (-1,4%) konnte die Papier und Pappe verarbeitende Industrie (PPV) im 2. Halbjahr aufholen. Die verbesserte Inlandsnachfrage und das Anziehen der Exporte sorgten in einigen Bereichen der Branche für eine gute Auftragslage. Das Gesamtjahr 1999 dürfte nach Einschätzung des Fachverbandes der PPV-Industrie mit einem Produktionswert von etwa 17,5 Mrd S und einer Tonnage von 820.000 Tonnen knapp über dem Vorjahresergebnis abschließen. Die ÖSTAT Konjunkturstatistik weist für die PPV-Industrie infolge einer Änderung der Erhebungsbasis ab 1999 weit überhöhte Werte aus und kann zur Einschätzung der Branchenentwicklung nicht herangezogen werden.

Das geringe Wachstum des Produktionswertes zeigt deutlich den anhaltenden Preisverfall in der Branche. Im Herbst 1999 waren die Unternehmen gezwungen, ihre Preise für Wellpappeverpackungen, Faltschachteln und andere Produkte der Papierverarbeitung anzupassen, nachdem die Preise für Wellpapperohpapiere und Karton enorm angestiegen sind. Die Rohstoffverteuerung traf die europaweit mit strukturellen Veränderungen konfrontierte PPV-Industrie hart. Der anhaltende Preisdruck öffnet die Preis/Kostenschere weiter und dämpft die Ertragslage der Branche. Rationalisierungsreserven sind weitestgehend ausgeschöpft. Der Beschäftigtenstand lag 1999 mit 8.900 Mitarbeitern um etwa 0,5% unter dem Vorjahr.

Während der österreichische Markt für die Papierverarbeitung weitgehend stagniert, schreitet die Europäisierung der österreichischen PPV-Industrie weiter voran. Österreichische Hersteller sind führend am europäischen Markt tätig. Als Beispiele seien Mayr Melnhof-Packaging und Wall AG bei Faltschachteln, Napiag in der Großsackindustrie und die österreichische Wellpappe-Industrie mit ihren europäischen Niederlassungen genannt.

Das Jahr 2000 wird mit der bevorstehenden Revision der EU-Verpackungsrichtlinie eine neuerliche Herausforderung für die von der Verpackung dominierte PPV-Industrie bringen. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit müssen sich die Unternehmen, aber auch die Rahmenbedingungen der Branche und des Standortes Österreich den Markterfordernissen anpassen. Nachhaltige Belastungen der Arbeitskosten durch überhöhte Lohnnebenkosten und starre Arbeitszeitregelungen müssen vermieden werden.

Die guten gesamtwirtschaftlichen Prognosen lassen für 2000 einen günstigeren Konjunkturverlauf und eine bessere Auftragslage erwarten. Die PPV-Industrie ist vorsichtig optimistisch und rechnet mit leichten Zuwächsen der Produktion sowie gleichbleibendem Mitarbeiterstand. (MH)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

FV der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie
Mag. Rudolf Bergolth
Tel.: (01) 5055382-0

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK