WKÖ fordert Ausbildungsoffensive 2000

Belangsendung am 26.1.2000 auf Ö1 um 5:56 Uhr

Wien (PWK) - "Der Erfolg einer Volkswirtschaft hängt wesentlich
von der Ausbildung ihrer Arbeitnehmer ab. Deshalb sollte am Beginn des neuen Jahrhunderts eine Ausbildungsoffensive in Österreich gestartet werden", stellt der Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich, Georg Piskaty, fest, und will vor allem die lebenslange Weiterbildung schon am Beginn der Berufsausbildung verankert wissen.

"Wir verlangen generell die Einführung eines Weiterbildungsschecks gerade am Beginn des Berufslebens für Jugendliche. Besonders für die, die nicht weiterstudieren, weil da ist eine extreme Ungleichbehandlung zwischen den Studenten, die eine gesamte generelle umfassende Ausbildung gratis von der Gesellschaft bekommen, und den Leuten, die sich weiterbilden während des Berufslebens, und die von vornherein zur Kassa gebeten werden."

Ein besonderes Problem sind die nach Ansicht der Wirtschaftstreibenden übertriebenen Schutzbestimmungen, die einen Lehrling geradezu pragmatisieren. Das behindert vor allem die Aufnahme von Lehrlingen in die vielen Klein- und Mittelunternehmen der Informationstechnologie. Ein Lehrberuf, der über dringenden Wunsch der Wirtschaft erst vor kurzer Zeit neu geschaffen wurde. Damit fehlt gerade in diesem besonders zukunftsorientierten und schnell wachsenden Wirtschaftssektor der Nachwuchs.

Wenn die öffentliche Hand große Summen für ein eher problematisches Auffangnetz ausgeben kann, das Jugendlichen regelmäßige Bezüge für einen Quasi-Schulbesuch in Form von Lehrgängen sichert, dann müsste auch Geld für die Weiterbildung lernwilliger berufstätiger junger Menschen aufzutreiben sein, meint Piskaty und sagt:

"Also, ich glaube das ist sicher eine Aufgabe der öffentlichen Hand, ich würde sagen Bund und Länder. Es gibt in einigen Bundesländern schon Ansätze für solche Weiterbildungsförderungen, Wien, Oberösterreich soviel ich weiß, aber es gehört generell ein Rahmen für alle und wie gesagt, ich sehe das auch unter dem Aspekt einer gewissen Gleichbehandlung zwischen den Studierenden und denen, die relativ früh ins Berufsleben eintreten."

Und schließlich fordert die Wirtschaft für besonders anspruchsvolle Lehrberufe mit dreieinhalb- bis vierjähriger Ausbildung die Schaffung einer Top-Lehre, einer Lehre plus Matura, die nicht mit dem Lehrabschluss, sondern mit der Berufsreifeprüfung enden sollte. Und wie gesagt: lernbereite, gut ausgebildete Arbeitskräfte gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen einer erfolgreichen Volkswirtschaft. (pt)

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