"profil": Berger: "Habe schwere Fehler gemacht."

Bank Austria will Manhattan-Investement-Prüfer Deloitte & Touche auf Schadenersatz klagen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, gibt der
in den USA unter schwerem Betrugsverdacht stehende
Spekulant Michael Berger zu, "schwere Fehler" begangen
zu haben.

Berger soll als Gründer und Manager seines New Yorker
Hedge Fonds "Manhattan Investment Fund" knapp 300
Anleger aus Österreich, der Schweiz und Frankreich um
insgesamt mehr als vier Milliarden Schilling betrogen
haben. "profil" zitiert aus der Anzeige der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC vom 18. Jänner: "Berger ist
es gelungen, seit 1996 mehr als 350 Millionen US-Dollar
bei Anlegern zu beschaffen É In weiterer Folge entstanden
gewaltige Verluste É Um die Verluste zu verschleieren, hat
Berger in betrügerischer Absicht Unterlagen manipuliert
und falsche Berichte an seine Buchprüfer und Investoren
versandt. Der Fonds hat heute ein effektives Vermögen
von weniger als 50 Millionen US-Dollar."

Allein die Bank Austria beklagt laut "profil" einen Verlust
von 28,241 Millionen US-Dollar Ð umgerechnet rund 370
Millionen Schilling. Zu den Geschädigten zählen darüber
hinaus die Erste Bank, die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, Schoeller-SKWB, die Zürcher AIG-
Bank sowie eine Reihe weiterer Schweizer und
französischer Banken.

Berger gegenüber "profil": "Ich war einfach nicht in der
Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn man
Fehler macht und sich die nicht eingestehen will, läuft es
ganz schnell vom einen ins andere. Das war die ganze
Tragödie."

Der 29jährige Österreicher räumt ein, dass er mit seinem
Hedge Fonds über mehrere Jahre hinweg auf fallende
Aktienkurse gesetzt habe. Tatsächlich hätten die Märkte
aber einen beträchtlichen Aufschwung verzeichnet. Berger:
"Ich habe immer gehofft, dass die Märkte doch noch
drehen und die Verluste ausgeglichen werden können.
Aber irgendwie ist mir das über den Kopf gewachsen."

Der ehemalige Wertpapier-Mitarbeiter der Salzburger
Sparkasse gibt weiters zu, falsche Zahlen an seine
Buchprüfer geliefert und damit auch die Anleger getäuscht
zu haben. Um wie er einbekennt, die "hohen Verluste"
seines Fonds zu verschleiern. Berger: "Es hat große
Verluste gegeben. Und die Berichte, die ich rausgeschickt
habe, waren nicht richtig, das muss ich zugeben."

Wohin sich die fehlenden Gelder der Anleger verflüchtigt
haben, ist laut "profil" derzeit Gegenstand hektischer
Ermittlungen der US-Behörden. Berger, dem eine
mehrjährige Haftstrafe droht, dementiert Vorwürfe,
wonach er sich persönlich bereichert habe. "Das war kein
Betrug. Ich wollte niemanden bestehlen oder betrügen. Ich
habe mich auch nicht bereichert. Ich habe keine Ferraris
gekauft und auch keine Bilder. Das Geld habe ich wirklich
im Markt verloren."

Der Skandal könnte auch für Bergers Kontrollorgane
äußerst unangenehme Konsequenzen haben. "profil"
vorliegenden Informationen zufolge will die Bank Austria,
die die vermissten 28,2 Millionen US-Dollar bereits vor
dem New Yorker Supreme Court eingeklagt hat, nun den
Fonds-Prüfer Deloitte & Touche wegen grober
Fahrlässigkeit bei der Prüfung der Berger-Bücher auf Schadenersatz klagen. "Erst schnappen wir uns den
Jungen", zitiert "profil" einen hochrangigen Bank-Austria-
Manager, "und dann seine Prüfer. Damit kommen die
Burschen sicher nicht durch."

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