"profil": Muzicant: "Forderung von hunderten Milliarden"

Ariel Muzicant über Erwartungen der jüdischen Organisationen an eine neue österreichische Regierung

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wollen
große jüdische Organisationen wie der World Jewish
Congress (WJC) Österreich mit offenen
Restitutionsforderungen konfrontieren. Ariel Muzicant,
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs,
sagte im "profil"-Interview: "Es geht um eine
Größenordnung von rund 200 Milliarden Schilling, die
offen geblieben sind. Dem stehen Entschädigungen von
rund sechs Milliarden gegenüber." Die Auflistungen und
Bewertungen des weder zurückgegebenen noch
entschädigten Eigentums wurden im Auftrag des WJC
gemacht und werden, so Muzicant, derzeit überprüft.

Muzicant sagte weiter, die Republik Österreich habe die
Rückgabe jüdischen Eigentums "bewusst und absichtlich
verhindert". Als Beispiel nannte er das Rückstellungsgesetz
für 70.000 Mietwohnungen, das ausformuliert, aber nie
beschlossen wurde. In den Opferorganisationen gebe es
Stimmen, "die sagen, wir gehen mit diesem Faktum vor
den US-Kongress oder vor das Europäische Parlament".

Muzicant verlangte von einer neuen Regierung im
"profil"-Interview, "die Bereitschaft, zu reparieren, was österreichische Regierungen in der Zweiten Republik
verbrochen haben". Und betonte, dass die
Kultusgemeinden in Österreich "bei den Summen auf ein
Vorgehen mit Augenmaß und Verständnis für die heutige
Situation einwirken werden".

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