"Neues Volksblatt" Kommentar: "Rot-Blau" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 21. Jänner 2000

Linz (OTS) - Die Abneigung gegen die SPÖ als Regierungspartner auf Bundesebene ist in breiten Kreisen der ÖVP groß. Zu viel haben die Genossen die ÖVP vor der Wahl anschauen lassen. Die logische Konsequenz: Schwarz-Blau - was von den Roten immer als besonders verwerflich dargestellt wurde. In der SPÖ war das anders. Wer behauptet hatte, dass viele Sozis nur darauf warten, Viktor Klima in die Wüste schicken zu können, um dann unter neuer Führung mit der FPÖ eine Regierung zu bilden, wurde als Lügner hingestellt.

Seit gestern ist es "amtlich": Auch in der SPÖ gibt es einen Block, der den Wechsel zur FPÖ verlangt. Es bedurfte nur des Anstoßes durch einen Prominenten, um die Rot-Blau-Fans aus ihren Schlupflöchern zu locken. Dass sich Finanzminister Rudolf Edlinger mit der Feststellung, die SPÖ habe auch andere Optionen als die ÖVP, als Eisbrecher betätigte, war nicht überraschend; schließlich hatte die ÖVP sein Ministerium für sich reklamiert. Rache ist süß!

Dass Rudolf Edlinger die Opposition als neue SPÖ-Option meinte, glaubten nicht einmal die Genossen. Denn nach seiner Wortmeldung ging es Schlag auf Schlag: Ein "Bekenner" nach dem anderen meldete sich zu Wort, die Sprünge in der roten Mauer um Jörg Haider wurden immer größer. Die Karten sind neu gemischt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS