ÖGB-Frauen NÖ: Schwache schwächen ist keine Zukunft

NÖ-Gewerkschafterinnen aller Fraktionen lehnen "Zukunftspapier" ab

Wien (ÖGB-NÖ) Das neue, angebliche "Zukunftspapier", also das Resultat der wochenlangen Sondierungen und Verhandlungen zur Bildung einer neuerlichen SPÖ-ÖVP-Koalition, stellt schlicht ein Belastungspaket für die arbeitenden Menschen und Pensionisten dar und wird von den ÖGB-Frauen-Niederösterreichs strikt abgelehnt, worüber völlige Übereinstimmung zwischen den Sozialdemokratinnen, Christgewerkschafterinnen und den Frauen des GLB herrscht, stellte Donnerstag die Landesvorsitzende der ÖGB-Frauen Niederösterreichs, Christa Bogath, klar. "Die Schwächsten weiter zu schwächen hat nichts mit Zukunft zu tun und notwendige Sanierungsschritte und -schnitte fast ausschließlich zu Lasten jener vorzunehmen, die in Wahrheit die Werte und den Wohlstand dieser Republik erarbeiten oder erarbeitet haben, lässt jede soziale Verantwortung vermissen", unterstrich Bogath.++++

"Es ist absurd, das Pensionsantrittsalter weiter hinaufzusetzen, wenn die Betriebe nicht bereit sind, ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen und die Auswirkungen der Pensionsreform 1997 noch überhaupt nicht bemerkbar sind, da viele der Reformen erst mit 1.1. 2000 zu greifen begonnen haben, erinnerte die ÖGB-NÖ-Landesfrauenvorsitzende.

Für die Sicherung der Pensionen hätten sowohl die Wirtschaft als auch der Staat eine sehr wesentliche Mitverantwortung, aus der sie sich nicht einfach davonstehlen könnten. "Gleiches gilt auch für den Bereich der Privatisierungen und das weitere Zurückdrängen des staatlichen Einflusses auf viele Bereiche der Wirtschaft. "Weniger öffentliche Hand bedeutet in den allermeisten Fällen nämlich auch weniger Demokratie, was klar zu Lasten der ArbeitnehmerInnen geht, die dann zusätzlichem Druck durch die privaten Unternehmer und Shareholders ausgesetzt sind", unterstrich Bogath.

"Die ArbeitnehmerInnen brauchen viel mehr ein existenzsicherndes Einkommen und nicht ein Überangebot an neuen "MacJobs", von denen man nicht leben kann und über die auch ein ‚Karenzgeldsegen‘ für alle nicht hinwegtäuschen kann - zumal damit die neue Armut von morgen heute begründet wird", hob die ÖGB-NÖ-Landesfrauenvorsitzende hervor. "Monatelange Verhandlungen ändern auch nichts an der Realität, dass das Karenzgeld eine Versicherungsleistung ist. Die Forderungen der ÖGB-Frauen bleiben deshalb unverändert aufrecht", so Bogath, die abschließend namens beider Fraktionen eine umfassende Überarbeitung dieses "Zukunftspapiers" forderte. Nk

ÖGB, 20. Jänner 2000 Nr. 35

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