Stadtgemeinde Schwechat plant Renovierung von Freyenthurn

Das Schloss wurde für eine Fachhochschule gekauft

St.Pölten (NLK) - Die Stadtgemeinde Schwechat kaufte heuer das denkmalgeschützte Schloss Freyenthurn und das dazugehörige Grundstück in Mannswörth zum Preis von 13 Millionen Schilling vom Vorbesitzer, der Firma Domizil. Damit war der Anfang eines bemerkenswerten Projektes gemacht: Dort sollen bald etwa 400 Studentinnen und Studenten die Ausbildung in einer Fachhochschule absolvieren, wobei sie Kenntnisse in den Richtungen Produktinnovation und Logistik erwerben. Im Jahr 2001/02 soll der erste Lehrgang der Fachhochschule erfolgen, hofft man im Schwechater Rathaus. "Wirklich ein Glücksfall", stellte dazu Schwechats Bürgermeister Mag. Reinhard Gogola fest, "dass wir dieses Stück Mannswörther Kulturgeschichte jetzt in unseren Besitz bringen konnten und eine ideale Nutzungsmöglichkeit dafür haben, die dem Ort eine ungeheure Aufwertung bringen wird."

Das zweistöckige Haus in Mannswörth ist ein Teil des ehemaligen Schlosses, das seit dem 16. Jahrhundert auf diesem Areal stand. Das Gut dürfte bereits 1220 als Eigentum des Edelmannes Seyfried von Mannswerde bestanden haben. 1469 wird in einer Urkunde ein "vestes Haus" als "freyen Thurn" genannt, der dem Landschloss zur Sicherung gegen räuberische Überfälle diente. 1672 zeigt ein Kupferstich des Topographen Georg Matthäus Vischer, dass das Schloss damals eine U-förmige Anlage besaß. Der östliche Trakt ist heute noch in großen Teilen so vorhanden, wie Vischer ihn darstellte. Der rückwärts an das Schloss angrenzende Wirtschaftstrakt dürfte um die Mitte des 17. Jahrhunderts wahrscheinlich schon als Mälzerei für das zu diesem Zweck errichtete Brauhaus erbaut worden sein. Der Schwechater Brauherr Anton Dreher erwarb 1850 das Gut Freyenthurn und ließ im selben Jahr im Wirtschaftstrakt dreizehn moderne Malztennen einbauen. Hier wurde bis 1902 Malz für das Schwechater Brauhaus produziert. 1944 und 1945 wurden fast der gesamte Nordtrakt und wesentliche Teile der Südanlage mit der ehemaligen Hauskapelle bei Luftangriffen schwer oder total beschädigt und danach zum Großteil abgerissen. Zuletzt hatte eine Grundstückverwertungsgesellschaft Pläne zur Nutzung, nahm aber schließlich Abstand von diesem Projekt. Nach der nun geplanten Renovierung durch die Stadtgemeinde Schwechat werden die noch erhaltenen Bauten zu neuem Leben erweckt.

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