ÖGJ: Qualität und Schutz bei Lehrlingen dürfen kein Widerspruch sein

Kritik und Forderungen an die Bundesregierung

Wien (ÖGB/ÖGJ). In den Verhandlungen zur einer neuen Bundesregierung ist eine Qualitätsverbesserung im Bereich der Berufsausbildung vorgesehen, die aus Arbeitgeberbeiträgen finanziert wird. Diese Regelung entspricht einer jahrelangen Forderung der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) nach einem Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben. Gleichzeitig seien jedoch auch Verschlechterungen für Jugendliche geplant. Die Kritik der ÖGJ: ”Eine Verbesserung der Qualität bei der Berufsausbildung dürfe nicht auf Kosten von Schutzbestimmungen erfolgen, so Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).++++

Im Gegenzug zur geplanten Qualitätsverbesserung, soll die Probezeit auf drei Monate verlängert und die Arbeitszeiten für Jugendliche im Gastgewerbe mit Kollektivvertrag auf 23 Uhr ausgeweitet werden. Die ÖGJ spricht sich gegen diese Pläne aus, da zusätzliche Qualitätskriterien zu keiner Abschaffung bestehender Rechte von Jugendlichen eingetauscht werden dürfen.

Gleichzeitig spricht sich die ÖGJ gegen die Pensionspläne der neuen Koalitionsregierung aus. Maringer: ”Eine Anhebung des tatsächlichen Pensionsalters bringt eine Verschärfung im Bereich der Arbeitslosigkeit mit sich. Die ÖGJ fordert ausreichende Maßnahmen, um auch Jugendlichen bessere Chancen zur Erwerbstätigkeit zu geben.”

Bedingung für die Unterstützung einer zukünftigen Regierung durch die ÖGJ sei daher ein umfassender Schutz und der Ausbau von Arbeitnehmerinteressen.

Die ÖGJ fordert weiters, dass bei den Verhandlungen zum Koalitionsabkommen die Freifahrt für alle Jugendliche in Ausbildung realisiert wird. In einer breit angelegten Unterschriftenaktion der ÖGJ unter dem Titel ”FREI(E) FAHRT” wird diese Forderung unterstützt. (bfm)

ÖGB, 20. Jänner 2000 Nr. 24

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