Mehr Umweltschutz immer ein Gewinn

56 Wiener Betriebe im ÖkoBusinessPlan als besonders umweltfreundlich ausgezeichnet

Wien, (OTS) Jene 56 Wiener Unternehmen, die 1999 eines der Umweltprogramme des "ÖkoBusinessPlan Wien" erfolgreich absolviert haben, wurden am Dienstagabend bei einem großen Festakt im Rathaus von der Stadt Wien offiziell als die ersten "ÖkoBusinessPlan Wien" - Betriebe ausgezeichnet. Bei der Feier im neu renovierten
Festsaal dabei waren Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl, der ressortzuständige Umweltstadtrat Fritz Svihalek, in Vertretung von Umweltminister Bartenstein Sektionsleiter Dr. Fritz
Unterpertinger, in Vertretung von Wirtschaftsminister Farnleitner der stellvertretende Leiter der Tourismussektion, Dr. Helmuth
Liebl, AK-Präsident Mag. Herbert Tumpel und Wirtschaftskammer Wien-Präsident Komm.Rat Walter Nettig. Die Palette der ausgezeichneten besonders umweltfreundlichen Betriebe reicht von Großunternehmen über Klein- und Mittelbetriebe bis hin zu Einzelunternehmern. Zu den ausgezeichneten Firmen gehören so bekannte wie Kattus, Henkell, Austrian Aerospace, AC Austro Car (Chrysler), Opel Austria, Bunzl & Biach oder Liebherr Austria.
Eine der Stärken des "ÖkoBusinessPlan Wien" besteht darin, dass die Umweltschutzabteilung der Stadt Wien (MA 22) namhafte Partner zur Mitarbeit gewinnen konnte. Partner im "ÖkoBusinessPlan Wien" sind die Wirtschaftskammer Wien (WKW), der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), das Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI-Wien), das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (BMUJF), der Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Wiener Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK-Wien), die Magistratischen Bezirksämter der Stadt Wien als Gewerbebehörde und die Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 der Stadt Wien (zuständig u.a. für technische Gewerbeangelegenheiten).

Mit dem Ziel, noch mehr Wiener Unternehmen auf Umweltkurs zu bringen, wurde im Oktober 1998 unter der Leitung der Wiener Umweltschutzabteilung der "ÖkoBusinessPlan Wien" gestartet. Dieser ist ein Umwelt-Service-Paket für die Wiener Wirtschaft, das zielgerichtete Beratung, praktische Hilfe beim Realisieren der Umweltmaßnahmen und eine effiziente Förderung gewährleistet.****

Unter dem Motto "mehr Umweltschutz, mehr Gewinn für Wiener Betriebe", werden seit mehr als einem Jahr die Umweltprogramme "Ökoprofit", "EMAS" (EG-System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung), "Betriebe im Klimabündnis" und "Umweltzeichen Tourismus" angeboten.

Wer sich näher für den "ÖkoBusinessPlan Wien" interessiert, für den gibt es Infos, Folder und eine Broschüre mit den Aktivitäten der 56 aktuell ausgezeichneten Wiener Betriebe bei der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) unter der Telefonnummer 4000/88258 oder - seit Dienstag neu - unter der Adresse www.oekobusinessplan.wien.at auch im Internet.

Umweltstadtrat Fritz Svihalek anlässlich der Auszeichnungen:
"Unser Konzept ist voll aufgegangen. Alle 56 prämiierten Unternehmen investieren im Rahmen des ´ÖkoBusinessPlan Wien´ rund 62 Millionen Schilling in den betrieblichen Umweltschutz. Die
daraus folgende Umweltbilanz kann sich sehen lassen: Durch 1.500 konkrete Einzelmaßnahmen werden von den Betrieben zum Beispiel fünf Millionen Kilowattstunden Strom eingespart, 400.000 PKW- und 40.000 LKW- Kilometer vermieden sowie 50.000 Tonnen nicht gefährliche Abfälle weniger produziert."

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Nettig zieht
ebenfalls eine positive Bilanz: "Wie die zahlreiche Teilnahme am "ÖkoBusinessPlan Wien" gezeigt hat, kann durch freiwillige Instrumente für den Umweltschutz oft mehr erreicht werden, als durch immer strengere Gesetze. Durch die bewusst gewollte,
intensive Zusammenarbeit von Unternehmen, Behörden,
Stadtverwaltung und Unternehmensberatern können Umweltschutzmaßnahmen gefunden werden, die sich auch für die Betriebe wirtschaftlich positiv auswirken. Davon profitieren
Umwelt- und Lebensqualität in der Stadt, die Unternehmer selbst, der Arbeitsmarkt und die gesamte Wiener Wirtschaft, da eine
intakte Umwelt als Standortfaktor immer bedeutender wird."
Der "ÖkoBusinessPlan Wien" läuft noch bis zum Jahr 2002. Dann sollen rund 300 Wiener Betriebe eines der Umweltprogramme
absolviert haben. Viel neues bietet der "ÖkoBusinessPlan Wien" deshalb ab dem Jahr 2000: Zum Beispiel das neue fünfte Modul ISO 14.001. Das Modul "Ökoprofit" wird im Jahr 2000 verstärkt für die Wiener Schulen und das Modul "Betriebe im Klimabündnis" für kirchliche Einrichtungen genutzt werden. Schon demnächst wird auch der "Klub der ÖkoBusinessPlan Wien-Betriebe" gegründet, als Plattform für die Weiterbildung und den Erfahrungsaustausch zwischen den "ÖkoBusinessPlan Wien"-Betrieben und solchen, die es noch werden wollen.

1.500 Maßnahmen bringen mehr Umwelt- und Lebensqualität

Der "ÖkoBusinessPlan Wien" wird regelmäßig auf seine Effizienz hin überprüft. Damit beauftragt wurden von der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien die Wirtschaftsuniversität Wien und das Forschungszentrum Seibersdorf. Schon die ersten Ergebnisse der Untersuchung zeigen eine eindrucksvolle Bilanz:
Nicht weniger als 1.500 Einzelmaßnahmen werden von den Betrieben durchgeführt, wobei die Firmen rund 62 Millionen Schilling investieren. Zahlreiche Maßnahmen mit großem Einsparpotenzial wurden bereits 1999 realisiert, weitere sind für heuer vorgesehen. So wird zum Beispiel die Heizungstechnik modernisiert, die Wärmedämmung verbessert oder auf wasser- und rohstoffsparende Produktionsabläufe umgestellt. Viele Betriebe setzen auf Mehrweg-statt Einwegverpackungen, verwenden weniger gefährliche Stoffe und nur mehr ökologische Reinigungsmittel. Optimiert werden auch die Abfallwirtschaft und der Lärmschutz. Die Fuhrparklogistik wird effizienter organisiert und verbrauchsarme Fahrzeuge werden angeschafft.

Neben den positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort Wien wird vor allem die Umweltsituation
spürbar entlastet. Pro Jahr gelangen nach ersten Hochrechnungen 2.900 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Luft. Nicht gefährliche Abfälle werden um mehr als 50.000 Tonnen reduziert. Das entspricht einer Müllmenge, die 125.000 WienerInnen pro Jahr produzieren. Der Stromverbrauch sinkt um fünf Millionen Kilowattstunden. So viel verbrauchen etwa 900 Wiener Haushalte im Jahr. Weitere
Auswirkungen: 400.000 weniger PKW-Kilometer und 40.000 weniger LKW-Kilometer verschaffen der Umwelt eine Atempause. Eingespart werden auch 1.600 Tonnen Hilfs- und Betriebsstoffe wie zum
Beispiel Schmieröle, Kleber oder Harze.

Zwei zusätzliche Betriebe mit EMAS ausgezeichnet

Mit dem "Öko Business Plan Wien" wird auch dieses Modul zum Erfolg: Zwei von insgesamt acht neu hinzugekommenen Wiener Betrieben, die im Rahmen des "Öko Business Plan Wien" Ende 1998
mit dem Aufbau eines Umweltmanagementsystems nach EMAS gestartet haben, wurden bereits Ende 1999 erfolgreich begutachtet. Geht man davon aus, dass es neben den beiden jetzt ausgezeichneten Firmen auch noch die sechs anderen demnächst schaffen, so wird sich die Anzahl der EMAS Betriebe in Wien im Jahr 2000 noch verdoppeln.

Sektionsleiter Dr. Fritz Unterpertinger vom Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie: "EMAS ist das anspruchsvollste und aufwendigste Umweltprogramm im ´ÖkoBusinessPlan Wien´." Neben konkreten, kontinuierlichen, nachhaltigen Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltsituation wird bei EMAS der Umweltschutz
auch organisatorisch im Management verankert und somit zum wesentlichen Bestandteil der Betriebsphilosophie. Im Idealfall werden durch EMAS die Themenbereiche Umwelt, Qualität und Sicherheit in einem einzigen Managementsystem zusammmengeführt, Umweltrisken konsequent und langfristig minimiert und für Störfälle entsprechende Notfallpläne ausgearbeitet. "Mit der Umweltinitiative ´ÖkoBusinessPlan´ liegt die Stadt Wien voll im Trend. Nach einer Studie des Umweltministeriums glauben 78 Prozent der österreichischen Bevölkerung, dass durch Investitionen in den Umweltschutz neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung haben auch den Wunsch an die Wirtschaft, die Umweltbelastungen und den Energieverbrauch zu verringern", berichtete Sektionsleiter Unterpertinger weiters.

Fünfzehn Wiener Betriebe wurden mit "Ökoprofit" zu Umweltprofis

Das in Österreich bereits seit längerer Zeit bewährte Umweltprogramm "Ökoprofit" wurde im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" speziell auf die Wiener Unternehmen zugeschnitten. Der
Aufwand hat sich gelohnt. Denn fünfzehn Firmen haben bereits das Modul "Ökoprofit" erfolgreich umgesetzt. "Ökoprofit" eignet sich besonders gut für Betriebe, die noch nicht so viel Erfahrung im betrieblichen Umweltschutz haben und konkrete einzelne Maßnahmenschwerpunkte setzen wollen. Es ist sozusagen das Einstiegsmodul ins Umweltmanagement. Erfahrene Umweltberater
zeigen den Unternehmen, wie man Umweltprojekte plant, umsetzt und die Fortschritte dokumentiert. Nach zehn Monaten "Ökoprofit" sind dann bereits die ersten Umweltmaßnahmen in der Praxis realisiert. Die Ergebnisse und Arbeiten können unmittelbar für den Aufbau eines international anerkannten Umweltmanagementsystems nach EMAS oder ISO 14.001 verwendet werden. Und genau das wollen bereits
acht "Ökoprofit"-Teilnehmer ab dem Jahr 2000 tun.

Zwanzig zusätzliche Wiener Betriebe sorgen für mehr Klimaschutz

Das Modul "Betriebe im Klimabündnis" ist das am längsten gediente Wiener Umweltprogramm für Betriebe. Zu den bereits 1998 ausgezeichneten 24 Betrieben kommen nun im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" weitere zwanzig dazu. Mit diesem Modul werden vor allem die Kohlendioxidemissionen verringert und der Regenwald in Amazonien geschützt. Maßnahmen dafür sind hauptsächlich ein umweltverträgliches Mobilitätsverhalten, verstärktes Energiesparen und ein ökologischer Einkauf. Speziell für Betriebe, die wenig Abfälle produzieren, ihre Leistungen hauptsächlich direkt beim Kunden erbringen oder viele Mitarbeiter im Außendienst beschäftigen, ist dieses "ÖkoBusinessPlan Wien"-Modul optimal. Typische "Klimabündnis"-Betriebe sind Wäschereien, Putzereien, Lebensmittelhändler, Fleischer, Bäcker, Tischler, Büros, Bau- und Wartungsfirmen.

Neunzehn Tourismusbetriebe mit Umweltzeichen

Das "Umweltzeichen Tourismus" gibt es auf Bundesebene bereits seit 1996. Durch die im "ÖkoBusinessPlan Wien" erfolgte
Adaptierung auf die speziellen Bedingungen und Bedürfnisse in der Großstadt Wien konnte die Anzahl der mit dem Umweltzeichen prämiierten Hotellerie- und Gastronomiebetriebe in Wien verfünffacht werden. Erst im Mai 1999 gestartet, haben beim "ÖkoBusinessPlan Wien"-Festakt bereits neunzehn Wiener Tourismusbetriebe die Auszeichnung erhalten. Wien ist damit innerhalb von wenigen Monaten zu jenem Bundesland geworden, in dem es die meisten Tourismusbetriebe mit Umweltzeichen gibt. Vom Beisl bis zum Haubenlokal, vom Kaffeehaus bis zum Heurigen, vom familiär geführten City-Hotel bis zu den großen Häusern internationaler Hotelketten: Das "Umweltzeichen Tourismus" ist ein spezielles Programm für alle Wiener Hotellerie- und Gastronomiebetriebe.
Das "Umweltzeichen Tourismus" ist ein Beitrag, damit Wien als Tourismusstadt weiterhin bei den Gästen punktet. Denn eine intakte Umwelt ist für die Touristen ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Urlaubsziele.

Beschäftigte der Betriebe sind wichtige Partner und Multiplikatoren

In vielen Betrieben, die am "ÖkoBusinessPlan Wien"
teilnehmen, spielen die MitarbeiterInnen eine wichtige Rolle. Egal in welchem der vier Module, viele Vorschläge der Beschäftigten wurden aufgegriffen, um die Umweltsituation zu verbessern.
Mag. Herbert Tumpel: "Werden die Mitarbeiter von vornherein im betrieblichen Umweltschutz miteingebunden, so hat das einen entscheidenden Vorteil: Maßnahmen, die von den Mitarbeitern selbst vorgeschlagen werden oder deren Vor- und Nachteile auf breiter
Basis diskutiert werden, genießen bei der Belegschaft mit Sicherheit mehr Akzeptanz und werden oft mit Begeisterung und großem Engagement realisiert." Nicht vergessen darf man auch die Vorbildwirkung. Funktioniert der Umweltschutz im Betrieb, sind es die vielen Mitarbeiter, die den Umweltgedanken auch nach Arbeitsschluss in ihre Familien und ihren Bekanntenkreis weitertragen.

Wer sind die 56 "ÖkoBusinessPlan Wien"-Betriebe?

o Emas

Bunzl & Biach
Liebherr Verkehrstechnik GmbH

o Ökoprofit

AC Austro Car GmbH & Co OHG
Austria Aerospace GmbH
Austria Card GmbH
Delphi Automotive Systems Vienna GmbH
EVVA-Werk GmbH & CoKG
Ing. August Fels KG
Gigant Verpackungstechnik GmbH
Henkell & Söhnlein KG
Johann Kattus GmbH
Muldenzentrale Sorier & Recycling GmbH
Opel Austria GmbH
Karl Pawel GmbH
Reichhold Chemie GmbH
Schunk Wien GmbH
Stahlbau Ing. Friedrich Preinl GmbH&CoKG

o Betriebe im Klimabündnis

Acetec Energie- und Umwelttechnik
AKH, Personalwohnhaus "Klinotel"
Franz Artner GmbH & Co KG
Avanti Textilreinigung
Café-Konditorei Caramel
Dia Direkt
Dolphins Naturmodenhandel
DonauWind Erneuerbare Energiegewinnung und Beteiligungs GmbH
& Co KEG
Ericsson Austria AG
JUMO GmbH
Sonja Koller Meister-Team und Günther Koller
zukunftsorientierte Haustechnik
Konditorei-Café Kriegl
Rudolf Morocutti
Pfarre Unter-Heiligenstadt
R.U.S.Z - Reparatur- und Servicezentrum
Smejkal & Smejkal
Tischlerei Müllner
Mag. Ing. Johann Wally
Zero Emission Office Wiesinger + Nohaba OEG

o Umweltzeichen Tourismus

Austria Trend Hotel Ananas
Hotel Artis
Austria Trend Hotel Lassalle
Austria Trend Hotel Rathauspark
Hotel Gallitzinberg
Pension Pharmador
Rogner-Dorint Hotel Biedermeier
Hotel Schild
Schweizer Pension Solderer
Restaurant Bayou
Café Dommayer
Dreiklang - Essen, Trinken & Hoagaschtl'n
Lustig Essen
Schweigers Bierbeisl
Restaurant Stadtbeisl
Buschenschank Göbel
Sachsenhaus Stadtheuriger
Stadtheuriger Specht
Weingut Feuerwehr-Wagner

(Schluss) ma/rr

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