"Neues Volksblatt" - Kommentar: "Machtkampf" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 19. 1. 2000

Linz (OTS) - Die Wogen der Erregung gehen hoch, vor allem auch in den Parteien.

Dass die ÖVP von oben bis unten in drei annähernd gleich große Lager - Rot-Schwarz, Schwarz-Blau, Opposition - gespalten ist, mit einer deutlichen Präferenz des "Mittelbaus" für Schwarz-Blau, ist bekannt. Somit ist jede Entscheidung von Schüssel, Molterer und Co. von Applaus und Ablehnung begleitet.

Diese Situation ist für die ÖVP eine Belastungsprobe. Die SPÖ dagegen ist einer Zerreißprobe ausgesetzt. Gewerkschafter und Linke haben sich zum Sturm auf Viktor Klima und die anderen Koalitionsverhandler zusammengeschlossen, denen sie Verrat an den Werten und Idealen der Sozialdemokratie vorwerfen.

Schon während der Koalitionsverhandlungen wurde klar, dass die Linken in der SPÖ - nicht nur der ultralinke Rand - nicht bereit sind, die Realitäten anzuerkennen und die notwendigen Konsequenzen aus der Budgetsituation und der Pensionsproblematik zu ziehen. Interessant war nur, mit welcher Vehemenz schon gestern Nachmittag, als noch gar nicht bekannt war, ob es zu einer Einigung zwischen SPÖ und ÖVP kommen würde, die Verhandlungsergebnisse und damit der Chefverhandler und Parteivorsitzende Viktor Klima attackiert wurden. Der Machtkampf in der SPÖ ist voll im Gang.

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