Verzetnitsch: "Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters nicht zielführend"

ÖGB fordert stabile Regierung und umfassende Lösung für ältere ArbeitnehmerInnen

Wien (ÖGB). Der ÖGB wiederholt seine Forderung nach einer stabilen Regierung, die die derzeit positive Wirtschaftslage weiter entwickelt. Der ÖGB wird alles daran setzen, derartige Bemühungen zu unterstützen.++++

Nichts desto trotz kann ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch den derzeitigen Plänen, das gesetzliche Pensionsantrittsalter innerhalb kürzester Zeit um zwei Jahre anzuheben, nicht zustimmen. ”Wir verkennen nicht das Problem. Wir sind jedoch überzeugt, dass zuerst der Trend ,zu alt für die Arbeit - zu jung für die Pension’ gestoppt werden muss.”

Dafür sei vor allem eine Einstellungsänderung der Unternehmer und die echte Ausnutzung vorhandener sowie noch neu zu schaffender Instrumentarien nötig. Um ArbeitnehmerInnen länger in Beschäftigung zu halten, wären auch mehr Maßnahmen für eine gesunde Arbeitswelt und ständige Weiterbildungsangebote notwendig. ”Der derzeitige Plan als Einzelmaßnahme bestraft nur die ArbeitnehmerInnen, die durch ihre Arbeit entweder krank geworden sind oder von den Unternehmen wegen ihres Alters und den damit verbundenen Vorurteilen entlassen wurden”, erklärt der ÖGB-Präsident.

Auch führende Pensions- und Arbeitsmarktexperten warnen davor, dass diese geplante Einzelmaßnahme nicht die gewünschte Wirkung hätte und nur die Zahl der Arbeitslosen ansteigen würde.

Verzetnitsch: ”Es ist wichtig, in der Bevölkerung das Vertrauen und die Einschätzbarkeit in Fragen der Lebensabendsicherung zu erhalten und weiter auszubauen.” Daher fordert Verzetnitsch, dass in dieser Legislaturperiode flankierende Maßnahmen zur Sicherung des bewährten österreichischen Pensionssystems und der Beschäftigungslage mit einem möglichst breiten Konsens in der Bevölkerung entwickelt und beschlossen werden. Oberstes Ziel müsse es sein, dass das Pensionssystem auch in Zukunft sicher, einschätzbar und finanzierbar erhalten wird, so der ÖGB-Präsident.

”Das umlagefinanzierte Pensionssystem darf nicht politischen Zufällen ausgeliefert sein. Daher müssen wir alles daran setzen, das soziale Netz auch in Zukunft sicher und sozial gerecht zu gestalten. Unabdingbar dazu ist auch ein ausreichendes Angebot an Arbeitsplätzen für ältere Arbeitnehmer”, betont Verzetnitsch. (kr)

ÖGB, 18. Jänner 2000 Nr. 17

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