4,3 Milliarden Investitionen für den öffentlichen Verkehr

Wien (OTS) - Im Pressegespräch des Bürgermeisters präsentierten Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte EDERER und Dipl.-Ing. Günther GROIS, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wiener Linien, heute den Investplan 2000 der Wiener Linien. Insgesamt stellt die Stadt Wien den Wiener Linien 4,3 Milliarden Schilling für Investitionen für U-Bahn, Straßenbahn und Autobus zur Verfügung.

Fahrgastzuwachs hält an

Die Wiener Linien sind nicht nur der Mobilitätsdienstleister und Mobilitätsexperte für Wien, sondern auch eines der erfolgreichsten Verkehrsunternehmen Europas. Seit Mitte der 70er Jahre verzeichnen die Wiener Linien - ganz im Gegensatz zu den Verkehrsunternehmen in anderen Städten und trotz des parallel stattfindenden Autobooms -Fahrgastzuwächse. Auf insgesamt 119 U-Bahn-, Straßenbahn und Autobuslinien sind jährlich über 700 Millionen Fahrgäste unterwegs. Mit einem Marktanteil von 32% an allen Wegen in Wien stehen die Wiener Linien im Spitzenfeld der städtischen Verkehrsunternehmen Europas.

Kräftiger Investitionsschub

Mit einem kräftigen Investitionsschub will die Stadt Wien dafür sorgen, dass der Trend zu U-Bahn, Straßenbahn und Autobus auch weiterhin anhält. Die Stadt Wien investiert heuer weitere 4,3 Milliarden Schilling in Verbesserungen und Modernisierungen bei den Wiener Linien.

602 Millionen für neue Straßenbahnzüge

Als Ersatz für auszuscheidende Straßenbahnwagen werden Niederflurstraßenbahnfahrzeuge (ULF) angeschafft, die dem allgemeinen Trend zu mehr Komfort und bequemerem Einsteigen entsprechen. Um dieses Service bieten zu können, werden von den Wiener Linien im Jahr 2000 Investitionen in der Höhe von 602 Mio. ATS getätigt.

ULF ist mit Sicherheit eines der innovativsten Produkte, die in den letzten Jahren in Österreich entwickelt wurden. Die Aufgabenstellung und Herausforderung an die Konstrukteure war, sich absolut und bedingungslos den Kundenwünschen unterzuordnen. Dass dabei technisch einige "harte Nüsse" zu knacken waren, ist klar und erklärt auch, warum es eine Weile gedauert hat, bis im Mai 98 die ersten Serienfahrzeuge auf den Linien 65 und 67 eingesetzt werden konnten.

Bis Jahresende 60 ULFs unterwegs

Inzwischen verkehren bereits 40 Serienfahrzeuge im täglichen Linienbetrieb auf den Linien 6, 65 und 67. Weitere 20 Fahrzeuge kommen dieses Jahr dazu, so dass Ende 2000 dann bereits 60 ULFs in Wien unterwegs sein werden.

Da derzeit nur die Remise in Favoriten die notwendigen Voraussetzungen für den ULF-Betrieb besitzt, kommt ULF zur Zeit auch nur auf jenen Linien zum Einsatz, die von diesem Bahnhof betrieben werden.

Remisen Ottakring und Floridsdorf werden "ULF"-gerecht

Um die Niederflurstraßenbahnen auch von anderen Betriebsbahnhöfen ins Netz schicken zu können, werden derzeit die Remisen Ottakring und Floridsdorf so adaptiert, dass sie auch die Wartung der Wagentype ULF übernehmen können.

Alle 10 Tage ein neuer Niederflurbus

Von den 503 Autobussen der Wiener Linien sind bereits 253 - also über 50 Prozent - in Niederflurbauweise ausgeführt. Dieses Jahr werden weitere 193,4 Mio. ATS für die Anschaffung von 25 Niederflurgelenkbussen und 9 Niederflurnormalbussen bereitgestellt.

Klapprampen-Nachrüstung um 4 Millionen

Um auch Menschen im Rollstuhl die problemlose Benutzung der Busse zu ermöglichen, werden in alle Niederflurbusse Klapprampen eingebaut, für die dieses Jahr Mittel in der Höhe von 4,1 Mio ATS bereitgestellt werden. 6 Millionen wurden bisher bereits für die Nachrüstung mit Klapprampen aufgewendet.

Neue Autobusgarage

Als Ersatz für die freizumachende Garage Vorgarten sowie für die Unterbringung zusätzlicher Autobusse wird auf dem Gelände des Gaswerks Leopoldau eine Großgarage errichtet. Für die Weiterführung dieses Projekts werden dieses Jahr rund 38 Mio ATS investiert. Im Anschluss an einen Architektenwettbewerb werden derzeit drei Varianten auf ihre Realisierbarkeit geprüft. Im günstigen Fall kann bereits vor Ende des Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden .

72 Millionen für Bevorrangungsmaßnahmen

Behinderungen durch den Individualverkehr sollen durch Bevorrangungsmaßnahmen minimiert werden, um eine optimale Betriebsführung zu gewährleisten. In Weiterführung des Bevorrangungsprogrammes der Wiener Linien werden zusätzliche Haltestelleninseln, Fahrbahnaufdoppelungen, selbständige Gleiskörper, Verkehrslichtsignalanlagen etc. hergestellt. 72 Mio. ATS werden investiert, um den Fahrgästen durch ein effizientes Verkehrsangebot ein schnelles Erreichen ihrer Destinationen zu ermöglichen.

Bei den Linien 31 und 33 soll im Jahr 2000 eine komplette Bevorrangung realisiert werden, die es den Zügen ermöglicht, über den gesamten Streckenverlauf ohne wesentliche Aufenthalte durchzufahren. Weitere Schwerpunkte sind für die Linien 26, 7A und 26A geplant. Zum Bevorrangungs- und Beschleunigungsprogramm der Wiener Linien gehört auch das ständige Optimieren von Lichtsignalen. Von etwa 1.100 Ampeln in Wien werden ca. 800 von Straßenbahn und/oder Bus befahren. 580 dieser Ampeln sind derzeit bereits vom öffentlichen Verkehr beeinflusst. Im Jahr 2000 werden weitere 40 bis 50 Ampeln an die Bedürfnisse des öffentlichen Verkehrs angepasst.

Pünktlichkeit und regelmäßige Intervalle

In den weiteren Ausbau des rechnergesteuerten Leitsystems für Straßenbahn und Autobus werden dieses Jahr weitere 60 Mit ATS investiert. Das rechnergesteuerte Betriebsleitsystem (RBL) basiert auf der automatischen Standorterfassung aller Straßenbahnen und Busse über Datenfunk. Diese Information ermöglicht es, Maßnahmen zur Sicherung der Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit der Intervalle zu setzen sowie auf Störungen flexibel zu reagieren. Neben dieser primär wichtigen Funktion ermöglicht die Datenerfassung und -verarbeitung auch eine dynamische, der jeweiligen Verkehrssituation entsprechend aktualisierte Fahrgastinfomation.

Fünf Linien (7A, 18, 31, 67 und 67A) sind nach den ersten Realisierungsschritten schon ins System integriert. Eine ganze Reihe weiterer Linien - wie 6, 26, 33, 46 und 48A - werden dieses Jahr ihren RBL-Betrieb aufnehmen.

NightLine wird pünktlicher

Zusätzlich wird daran gearbeitet (beginnend ab Juli), auch die komplette "NightLine" in das Leitsystem zu integrieren. Bei den im Halbstundentakt verkehrenden Bussen des Nachtverkehrs ist die Anschlussicherung besonders wichtig und mit Hilfe des RBL auf elegante und kundenfreundliche Art möglich.

Visuelle Fahrgastinformation kommt mit verbesserter Anzeige

Mit kleinen Verzögerungen kommen auch die elektronischen Fahrgastinformations-säulen zum Einsatz. Technisch haben sich die Prototypen bestens bewährt, nur die Lesbarkeit der Anzeigen muss verbessert werden. Derzeit wird ein neues Design mit wesentlich größerer Schrift im Display entwickelt. Ab Jahresmitte werden die neuen Anzeigen Schritt für Schritt in "Schwerpunkthaltestellen" der dann bereits in Betrieb befindlichen RBL-Linien aufgestellt.

2,4 Milliarden für den U-Bahn-Bau

Um den Osten Wiens (Simmering) qualitativ und quantitativ besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erschließen, wird im Jahre 2000 mit Hochdruck an der Fertigstellung der Verlängerung der U3 von Erdberg nach Simmering gearbeitet. Das letzte Teilstück umfaßt 4 neue Stationen und wird am 2. Dezember 2000 eröffnet. Dafür wurden für das Jahr 2000 rund 1 Mrd. ATS veranschlagt. Um die Zugänglichkeit zu erleichtern, werden in diesen 4 Stationen 11 Liftanlagen und 18 Fahrtreppen für die Fahrgäste zur Verfügung stehen.

U3 Simmering: 1 Milliarde weniger

Die Gesamtkosten des Projektes U3-Simmering wurden vor Baubeginn auf 7.260 Mio. geschätzt, werden tatsächlich voraussichtlich aber nur rund 6.300 Mio. betragen. Günstige Ausschreibungsergebnisse beim Rohbau und rigorose, durchgehende Bauüberwachung samt penibler Abrechnung haben die Einsparung einer runde Milliarde möglich gemacht.

Start der 3. Ausbauphase - Modernisierungsschub für die alte U2

Damit ist die 2. Ausbauphase abgeschlossen. Für die geplante Verlängerung der U2 nach Aspern im Rahmen der 3. Ausbauphase muß die Stammstrecke der U2 neu adaptiert, eine neue Wendeanlage am Karlsplatz errichtet, der Bahnhof Erdberg vergrößert und eine neue Leitstelle in Erdberg errichtet werden. Dafür sind 438,7 Mio. ATS vorgesehen. Des weiteren wird mit den Ausschreibungs- und Einreichplanungen für die Neubaustrecken der U2 Richtung Aspern und der Linie U1 Richtung Leopoldau begonnen.

U6-Intervalle werden dichter

Um die Intervalle auf der Linie U6 weiter verdichten und -voraussichtlich ab September 2000 - außerhalb der Hauptverkehrszeit mit jedem Zug bis Siebenhirten durchfahren zu können, müssen um insgesamt 287 Millionen ATS zusätzlich 10 neue U-Bahn-Niederflurwagen der Type "T" angeschafft werden (Jahresanteil 2000: 54,9 Mio. ATS).

Prototyp des neuen U-Bahn-Wagens kommt

Für die Planung und Neuentwicklung einer neuen Generation von U-Bahnwagen wurden bisher schon - verteilt auf mehrere Jahre - über 150 Mio. ATS investiert. Im Jahr 2000 kommen noch einmal weitere 24,8 Mio. ATS dazu. Ziel der Neuentwicklung ist es, den technischen Fortschritt zu berücksichtigen und vor allem die Benutzerfreundlichkeit noch weiter zu erhöhen.

Bei dem neuen U-Bahn-Wagen handelt es sich um einen Mehrgelenkszug. Das Fahrzeug ist komplett durchgängig, was vor allem in Schwachlastzeiten und in den Abendstunden das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen soll. Ebenfalls dem Wohlbefinden der Fahrgäste wird eine Klimaanlage dienen, die verhindern soll, dass im Sommer im Fahrzeuginneren höhere Temperaturen entstehen als außerhalb. Auch der Einstiegskomfort wird verbessert. Der Abstand zwischen Bahnsteigkante und Fahrzeug wird verringert, was Rollstuhlfahrern die Benützung der U-Bahn spürbar erleichtern wird.

Die Lieferung des Prototyp-Zuges an die Wiener Linien ist für März 2000 vorgesehen. In der anschließenden Phase der Inbetriebnahme folgen eine Reihe von Tests sowie das behördliche Genehmigungsverfahren. Im günstigen Fall können noch vor Jahresende die ersten Fahrten mit Fahrgästen gemacht werden.

Lifteinbauten um 150 Millionen

Die Qualitätskriterien Komfort und leichte Erreichbarkeit spielen für Senioren, die in der Regel in einem weitaus höheren Ausmaß auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind als andere Gruppen der Bevölkerung, aber auch für Fahrgäste, die schwer zu tragen haben, mit einem Kinderwagen unterwegs sind, die gehbehindert sind oder mit einem Rollstuhl unterwegs sind, eine entscheidende Rolle.

Um allen Fahrgästen ein leichtes und sicheres Erreichen der Bahnsteige zu ermöglichen, sind Aufzugseinbauten in jenen U-Bahn-Stationen, die noch über keinen Lift verfügen daher ein besonderes Anliegen der Wiener Linien

Dieses Jahr sind 148,8 Mio. ATS für Lifteinbauten in Stationen der U1, U2 und U4 vorgesehen. Um den einwandfreien und sicheren Betrieb der bestehenden Fahrtreppen zu gewährleisten, werden für Generalsanierungen im Jahr 2000 ca. 36 Mio. ATS aufgewendet.

Modernisierung der U-Strab-Stationen beginnt

Auch in die schon ein wenig in die Jahre gekommenen unterirdischen Straßenbahnstationen wird investiert. 14,8 Millionen ATS sind dieses Jahr für die Attraktivierung dieses Bereichs vorgesehen. So wird etwa in der Station Matzleinsdorfer Platz ein Aufzug eingebaut. Alle Ustrab-Stationen erhalten jenes Leitsystem für Blinde, über das die meisten U-Bahn-Stationen bereits verfügen. (Schluss) wstw

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