4,3 Milliarden Investitionen für den öffentlichen Verkehr

Wien, (OTS) Im Pressegespräch des Bürgermeisters präsentierten Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer und Dipl.-Ing. Günther Grois, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wiener Linien am Dienstag den Investplan 2000 der Wiener Linien. Insgesamt stellt die Stadt Wien den Wiener Linien 4,3 Milliarden Schilling für Investitionen bei U-Bahn, Straßenbahn und Bus zur Verfügung.

Fahrgastzuwachs hält an, 32 Prozent Marktanteil

Komfort, Pünktlichkeit und Sicherheit - unter diesem Motto stehen die Verbesserungen, die in den letzten Jahren bei den
Wiener Linien vorgenommen wurden. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht. Trotz des parallel stattfindenden Autobooms können die Wiener Linien - im Gegensatz zu den Verkehrsunternehmen in anderen Städten - laufend Fahrgastzuwächse verzeichnen. Mehr als 700 Millionen Fahrgäste bedeuten einen Marktanteil von 32 Prozent an allen Wegen in Wien. Damit stehen die Wiener Linien im Spitzenfeld der städtischen Verkehrsunternehmen Europas.

Kräftiger Investitionsschub

Mit einem kräftigen Investitionsschub will die Stadt Wien dafür sorgen, dass der Trend zu U-Bahn, Straßenbahn und Autobus auch weiterhin anhält. Die Stadt Wien investiert daher heuer 4,3 Milliarden Schilling in Verbesserungen und Modernisierungen bei
den Wiener Linien.

602 Millionen für neue Niederflurstraßenbahnen

Die Niederflurstraßenbahn (ULF) entspricht voll dem Trend zu mehr Komfort und bequemerem Einsteigen. Um dieses Service bieten
zu können, werden heuer Niederflurstraßenbahnen um 602 Millionen Schilling angeschafft. 40 ULFs sind derzeit bereits im täglichen Linienbetrieb auf den Linien 6, 65 und 67 unterwegs. Weitere 20 Fahrzeuge kommen dieses Jahr dazu. Nach der Remise Favoriten, die bereits "ULF"-tauglich ist, werden auch die Remisen Ottakring und Floridsdorf adaptiert. Damit wird auch der Einsatz des ULF auf Linien, die in diesen Remisen stationiert sind, möglich sein.

Alle 10 Tage ein neuer Niederflurbus

Von den 503 Autobussen der Wiener Linien sind bereits 253 -also mehr als 50 Prozent - in Niederflurbauweise ausgeführt.
Dieses Jahr werden weitere 193,4 Millionen Schilling für die Anschaffung von 25 Niederflurgelenkbussen und 9 Niederflurnormalbussen bereitgestellt.

Klapprampen-Nachrüstung um 4 Millionen

Um auch Menschen im Rollstuhl die problemlose Benutzung der Busse zu ermöglichen, werden in alle Niederflurbusse Klapprahmen eingebaut, für die dieses Jahr Mittel in der Höhe von 4,1 Millionen Schilling bereitgestellt werden. 6 Millionen Schilling wurden bisher bereits für die Nachrüstung mit Klapprampen aufgewendet.

72 Millionen für Bevorrangungsmaßnahmen

In Weiterführung des Bevorrangungsprogrammes der Wiener
Linien werden zusätzliche Haltestelleninseln, Fahrbahnaufdoppelungen, selbstständige Gleiskörper, Verkehrslichtsignalanlagen etc. hergestellt. 72 Millionen
Schilling werden im Jahr 2000 investiert, um den Fahrgästen durch ein noch effizienteres Verkehrsangebot ein schnelles Erreichen
ihrer Destinationen zu ermöglichen.

Bei den Linien 31 und 33 soll im Jahr 2000 eine komplette Bevorrangung realisiert werden, die es den Zügen ermöglicht, über den gesamten Streckenverlauf ohne wesentliche Aufenthalte durchzufahren. Weitere Schwerpunkte sind für die Linien 26, 7A und 26A geplant.

Zum Bevorrangungs- und Beschleunigungsprogramm der Wiener Linien gehört auch das ständige Optimieren von Lichtsignalen.
Von etwa 1.100 Ampeln in Wien werden ca. 800 von Straßenbahn und/oder Bus befahren. 580 dieser Ampeln sind derzeit bereits vom öffentlichen Verkehr beeinflusst. Im Jahr 2000 werden weitere 40 bis 50 Ampeln an die Bedürfnisse des öffentlichen Verkehrs angepasst.

Pünktlichkeit und regelmäßige Intervalle

In den weiteren Ausbau des rechnergesteuerten Leitsystems
(RBL) für die Straßenbahnen und Autobusse der Wiener Linien werden dieses Jahr weitere 60 Millionen Schilling investiert. Damit soll die Regelmäßigkeit der Intervalle und die Pünktlichkeit von Straßenbahnen und Bussen gesteuert werden.

Fünf Linien (7A, 18, 31, 67 und 67A) sind derzeit bereits ins System integriert. Weitere Linien - wie 6, 26, 33, 46 und 48A -folgen im Jahr 2000. Auch die NightLine wird Mitte des Jahres 2000 über das RBL gesteuert. Bei den im Halbstundentakt verkehrenden Bussen des Nachtverkehrs ist die Anschluss-Sicherung besonders wichtig. Über das RBL kann diese entscheidend verbessert werden.

2,4 Milliarden für den U-Bahn-Bau

Im Jahr 2000 wird mit Hochdruck an der Fertigstellung der Verlängerung der U3 von Erdberg nach Simmering gearbeitet. Das letzte Teilstück umfasst 4 neue Stationen und wird am 2. Dezember 2000 eröffnet. Dafür wurden für das Jahr 2000 963,7 Millionen Schilling veranschlagt. Um die Zugänglichkeit zu erleichtern, werden in diesen vier Stationen den Fahrgästen 11 Liftanlagen und 18 Fahrtreppen zur Verfügung stehen.

U3-Simmering: Kosten um rund eine Milliarde niedriger

Die Gesamtkosten des Projektes U3-Simmering wurden vor Baubeginn auf 7,26 Milliarden Schilling geschätzt, werden tatsächlich voraussichtlich aber nur rund 6,3 Milliarden Schilling betragen. Günstige Ausschreibungsergebnisse beim Rohbau und rigorose, durchgehende Bauüberwachung samt penibler Abrechnung haben die Einsparung einer runden Milliarde möglich gemacht.

Start der 3. Ausbauphase des Wiener U-Bahn-Netzes

Für die geplante Verlängerung der U2 nach Aspern im Rahmen der 3. Ausbauphase muss die alte U2 neu adaptiert werden. Dafür sind 438,7 Millionen Schilling im Investplan 2000 vorgesehen.
Die Ausschreibungsplanungen für die Verlängerungen der U2 Richtung Aspern und der Linie U1 Richtung Leopoldau haben ebenfalls
begonnen.

U6-Intervalle werden dichter

Um die Intervalle auf der Linie U6 weiter verdichten und -voraussichtlich ab September 2000 - außerhalb der
Hauptverkehrszeit mit jedem Zug bis Siebenhirten durchfahren zu können, müssen um insgesamt 287 Millionen Schilling zusätzlich zehn neue U-Bahn-Niederflurwagen der Type "T" angeschafft werden (Jahresanteil 2000: 54,9 Millionen Schilling).

Prototyp des neuen U-Bahn-Wagen kommt

Die Lieferung des Prototyp-Zuges des künftigen U-Bahn-Wagens an die Wiener Linien ist für März 2000 vorgesehen. In der anschließenden Phase wird der Zug eingehenden Tests unterzogen und durchläuft das behördliche Genehmigungsverfahren.

Lifteinbauten um 150 Millionen

Die Qualitätskriterien Komfort und leichte Erreichbarkeit spielen für Senioren, die in der Regel in einem weitaus höheren Ausmaß auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind als andere Gruppen der Bevölkerung, aber auch für Fahrgäste, die schwer zu tragen haben, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind, die gehbehindert oder mit einem Rollstuhl unterwegs sind, eine entscheidende Rolle.

Um allen Fahrgästen ein leichtes und sicheres Erreichen der Bahnsteige zu ermöglichen, sind Aufzugseinbauten in jenen U-Bahn-Stationen, die noch über keinen Lift verfügen, daher ein besonderes Anliegen der Wiener Linien.

Dieses Jahr sind 148,8 Millionen Schilling für Lifteinbauten in Stationen der U1, U2 und U4 vorgesehen.
Um den einwandfreien und sicheren Betrieb der bestehenden Fahrtreppen zu gewährleisten, werden für Generalsanierungen im Jahr 2000 ca. 36 Millionen Schilling aufgewendet.

Modernisierung der U-Strab-Stationen beginnt

Auch in die "schon in die Jahre gekommenen" Straßenbahnstationen unter dem Südgürtel wird investiert. 14,8 Millionen Schilling sind dieses Jahr für die Attraktivierung
dieses Bereichs vorgesehen. So wird etwa in der Station Matzleinsdorfer Platz ein Aufzug eingebaut. Alle U-Strab-Stationen erhalten auch jenes Leitsystem für Blinde, über das die meisten U-Bahn-Stationen bereits verfügen.

Betriebskostenzuschuss 2000 rund 3,86 Milliarden S

Weitere 3,8 Milliarden Schilling sind, wie Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer ergänzte, im Budget der Stadt Wien - über die Investitionen von 4,3 Milliarden Schilling hinaus - für die Wiener Linien als Betriebskostenzuschuss für das Jahr 2000 vorgesehen. (Forts. mgl.) emw/

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