Trendwende am österreichischen Möbelmarkt

Branche wuchs 1999 um knapp 1 Prozent auf 24,9 Mrd Schilling - Wohn- und Sitzmöbel sind wieder stärker gefragt

Wien (PWK) - Am heimischen Möbelmarkt zeichnet sich eine
Trendwende ab. Nach herben Rückschlägen in den letzten Jahren dürfte der negative Trend gestoppt und die Talsohle endgültig durchschritten sein. "Wir gehen davon aus, dass der Markt 1999 ohne Büromöbel, Drehstühle und Ladenbau um knapp 1 Prozent bei sinkenden Preisen gewachsen ist. Vor allem Wohn- und Sitzmöbel sind wieder stärker gefragt", sagte Heinz H. Hofer, Vorsitzender der österreichischen Möbelindustrie, bei der Jahrespressekonferenz im Rahmen der Internationalen Möbelmesse in Köln. Rund 30 österreichische Aussteller nehmen an dieser Leitmesse für die Branche teil.

Der Anteil österreichischer Produktionen am heimischen Möbelmarkt ohne Objektmöbel liegt derzeit bei 49%. Während bei Küchenmöbel die heimischen Anbieter mit 77% den Markt beherrschen und auch im Wohnmöbelbereich mit 57% ein respektabler Marktanteil gehalten werden kann, dominieren bei Sitzmöbel (Inlandsmarktanteil: 23%) und bei Sonstigen Möbel (Inlandsmarktanteil: 36%) eindeutig ausländische Produzenten. "Diese Entwicklung spiegelt den verstärkten Druck wieder, dem die heimischen Anbieter von Seiten des österreichischen Möbelhandels ausgesetzt sind", stellte Hofer fest. Die Konzentration im Möbelhandel verschiebe die Marktkräfte immer weiter zu Gunsten des Handels. Der Handel wiederum decke sich verstärkt mit ausländischer Ware für das Tiefpreissegment ein. Auch 1999 wuchsen die Importe deutlich rascher als die Inlandsproduktion. Insgesamt wurden 1999 Möbel im Wert von ATS 12,4 Mrd. eingeführt. Dem stehen Exporte im Wert von ATS 6 Mrd. gegenüber. Außer bei Küchenmöbel weisen alle Produktgruppen eine negative Handelsbilanz aus. "Das Defizit wird 1999 tendenziell höher ausfallen als 1998, da die Exporte langsamer wuchsen als die Importe", so Hofer.

Für die nächsten beiden Jahre rechnet Hofer mit einem moderaten Wachstum zwischen 1 und 1,5 Prozent. Die Inlandsproduktion dürfte im gleichen Ausmaß ansteigen wie die Exporte (ca. 1% p.a). Der hohe Importdruck sorgt dafür, dass sich das Außenhandelsbilanzdefizit nicht verringern wird.

Die Internationale Möbelmesse in Köln ist eine der wichtigsten Messen für die heimische Möbelbranche. Auf einem Areal so groß wie 40 Fußballfelder präsentieren rund 1.500 Aussteller aus 50 Nationen ihr Weltmarktangebot an Wohnmöbeln. Den rund 80.000 erwarteten Fachbesuchern und vermutlich 40.000 Endverbrauchern an den Publikumstagen wird heuer bereits zum fünften Mal DIE AUSWAHL*) ÖSTERREICHS BESTE MÖBEL im Rahmen einer Sonderausstellung gezeigt. Aus rund 90 Einreichungen wurden im Wettbewerb 1999 zehn neue Möbel für DIE AUSWAHL*) gekürt, die nun mit insgesamt 42 Exponaten ins fünfte Jahr ihres Bestehens geht. In Köln werden zwar nur die neuen Möbel gezeigt, virtuell ist aber die komplette Möbelkollektion vertreten. Eine Multimedia CD-ROM und das Internet (www.auswahl.at.) bieten einen multimedialen Zugang zu allen 42 Exponaten.

"Die Vielfältigkeit der Ausstellung spiegelt eine funktionale und ästhetische Offenheit wieder, die in Österreich durch Integration verschiedenster Kulturen und Einflüsse eine lange Tradition besitzt. Diese Tradition durch Anerkennungen zu reanimieren, ist eine der Aufgaben der AUSWAHL*). Eine Sammlung wie diese besticht durch ihre veränderliche Lebendigkeit. Österreich kann zu Recht Stolz auf seine Möbel sein", sagte Dietmar Steiner, Direktor des Architektur Zentrum Wien und Jury-Vorsitzender des Wettbewerbs.

Unterstützt wird Steiner dabei von Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des Linzer Market-Institutes. Er ist der Frage nachgegangen, welchen Stellenwert das Wohnen für Herrn und Frau Österreicher hat. Zwar steht Wohnen nicht gerade an der Spitze eines Rankings der Österreich-Identifikation, liegt jedoch nach der spezifisch österreichischen Küche noch vor der Mode, der Kunst und der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Blickt man über die Landesgrenzen hinaus, dann zeigt sich sogar eine bemerkenswerte nationale Identifikation beim Wohnen. So sind die Österreicher zutiefst davon überzeugt, dass sie deutlich mehr Wohnkultur besitzen als die Deutschen. Doch auch mit Italien und Schweden traut man sich zu vergleichen. "Und wer glaubt, dass spezifisch österreichisch Wohnen nur Lederhosenrustikal heißt, der irrt sich gewaltig. Es ist ein gemütliches, frischluftorientiertes Wohlfühlwohnen mit einem deutlichen Hang zum Eigentum". Design und Natürlichkeit, so Beutelmeyer, prägen die österreichische Wohnseele, die heuer wieder mehr Geld fürs Wohnen ausgeben wird. 24 Prozent der Befragten wollen im Jahr 2000 mehr Geld und immerhin 42 Prozent gleich viel ausgeben wie im letzten Jahr. Sparen wollen nur mehr 31 Prozent, 1999 waren es noch 36 Prozent. (MH)

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