Heinzl: Mega-Schweinezucht gefährdet Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt

Betrieb und Gülle-Entsorgungsflächen liegen im Grundwasserstrom St. Pöltens

St. Pölten, (SPI) - Der geplante Mega-Schweinezuchtbetrieb in St. Pölten/Harland-Altmannsdorf mit mehreren Tausend Tieren droht die Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt St. Pölten massiv zu gefährden. Dies geht aus einer Stellungnahme des Magistrats der Landeshauptstadt St. Pölten, Stadtwerke/Wasserwerk, hervor. Der Betrieb selbst und Teile der vorgesehenen Flächen zur Gülleentsorgung - mehr als 100.000 Liter jährlich - liegen nämlich im Grundwasserstrom, aus welchem das Trinkwasser für die St. Pöltner Haushalte entnommen wird. "Die Katastralgemeinde Altmannsdorf, an deren Grenze der Betrieb errichtet wird, liegt im Einzugsgebiet der Brunnenfelder in Harland und Brunn, aus denen das gesamte Trinkwasser für die LH St. Pölten gefördert wird. Auch die Gemeinde Phyra wird aus diesem Gebiet teilweise mit Trinkwasser versorgt. Bei einer intensiven Gülle-Aufbringung auf den Feldern in Altmannsdorf sowie durch die anzunehmende Grundwasserbelastung durch den Betrieb selbst ist zu befürchten, dass das Grundwasser so weit mit gesundheitsschädlichen Nitraten belastet wird, dass die Brunnen geschlossen werden müssen", so Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl.****

Für eine derartige Betriebsgröße ist - für die Aufbringung der Gülle - eine Fläche von nicht weniger als 150 (!) Hektar, dass sind rund 220 Bauparzellen, vorgeschrieben. Diese Flächen werden also regelmässig und verteilt über das ganze Jahr "gedüngt" - und zwar in der ganzen Landeshauptstadt St. Pölten. Damit droht ganz St. Pölten ein ähnliches Schicksal wie beispielsweise dem Stadtteil Pottenbrunn, dessen Brunnen aufgrund erhöhter Nitratbelastung die Sperre droht. In Pottenbrunn wurden durch die intensive Gülleaufbringung der Landwirte das Grundwasser so stark verseucht, dass man mittlerweile bei einem Nitratgrenzwert von 46,6 mg/Liter angelangt ist. Bei 50 mg/Liter muss die Trinkwasserentnahme eingestellt werden. Als Ersatz wurde seitens des Magistrats bereits beschlossen, im Harlander Brunnenfeld neue Brunnen anzulegen und mittels einer neuzuerrichtenden rund 21 Millionen Schilling teuren Trinkwasserleitung von Harland aus den Stadtteil Pottenbrunn mit Trinkwasser zu versorgen.

"Dies alles ist nun gefährdet, ja das ganze Trinkwasser der Landeshauptstadt St. Pölten könnte verseucht werden. Daher ist es für mich einfach unverständlich, dass gewisse "VP-Unterläufel" aus der Landeshauptstadt dieses Projekt eines tierquälerischen "Tier-KZ" noch verteidigen und damit die Gesundheit der Bevölkerung der Stadt massivst gefährden. Diese Herren haben offensichtlich nur das Geschäft, nicht aber die Gesundheit der Bevölkerung und den Schutz der Umwelt im Auge. Wie die VP-Politiker diese Art der Tierhaltung auch mit der Werbelinie der Landwirtschaft nach artgerechter Tierhaltung und damit gesunden Lebensmitteln in Einklang bringen wollen, ist mir ebenso schleierhaft. Da werden die Konsumenten wissentlich in die Irre geführt. Gesundheitsgefährdung, tierquälerische Massentierhaltung und Irreführung der Konsumenten -die ÖVP in der Landeshauptstadt und im Land hat sich von jeglicher Verantwortung verabschiedet", kritisiert NR Heinzl.

"Angesichts der immer mehr ans Tageslicht kommenden Fakten erwarte ich mir jedenfalls eine im Sinne der Anrainer und der Stadt akzeptable Entscheidung des unabhängigen Umweltsenates. Eine UVP muss durchgeführt werden, auch die wasserrechtlichen Belange müssen noch einmal geprüft werden", schloss Nationalrat Anton Heinzl.
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