Projekt für zukünftigen Hochwasserschutz der Traisen fertig

Von Wilhelmsburg bis Mündung Gewässerbetreuungskonzept

St.Pölten (NLK) - Ende 1999 wurde das Gewässerbetreuungskonzept für den "Bundesfluss" Traisen von der Altmannsdorfer Wehr bei Wilhelmsburg bis zur Mündung fertiggestellt. Damit liegt ein Maßnahmenkatalog für den zukünftigen Hochwasserschutz an der unteren Traisen vor. Er verbindet den Hochwasserschutz mit den Anforderungen der ökologischen Funktionsfähigkeit von Gewässern. Das Projekt wurde heute von Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer, Bürgermeister Willi Gruber (Obmann des Traisenwasserverbandes), Sektionschef Dr. Wolfgang Stalzer (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft), HR Dipl.Ing. Karl Dimmel (Amt der NÖ Landesregierung) und den beiden Verantwortlichen, Dipl.Ing. Hermann Zottl und Dr. Mathias Jungwirth (Abteilung für Hydrobiologie, Universität für Bodenkultur Wien) als Projektplaner vorgestellt.

Die Umsetzung dürfte weit mehr als 10 Jahre dauern und rund 100 Millionen Schilling für das Gesamtkonzept kosten. In diesem Falle trägt 95 Prozent der Bund, 5 Prozent der Traisenwasserverband. Dabei wird je nach finanziellen Mitteln das bestehende Bauprogramm realisiert. Auftraggeber war das Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, vertreten durch das Amt der NÖ Landesregierung, Gruppe Wasser, Abteilung Wasserbau, als mittelbare Bundesverwaltung.

Bei der Umsetzung des Gewässerbetreuungskonzeptes werden die Siedlungen vor dem 100jährigen Hochwasser geschützt, eine stabile Fluss-Sohle geschaffen und der Grundwasserhaushalt langfristig gesichert. In den Stadtzentren von St.Pölten, Herzogenburg und Traismauer reichen Siedlungen und Industrieanlagen bis an die Uferdämme der Traisen. Hier muss der Schutz von Hochwasserabflüssen, die - statistisch - alle 100 Jahre auftreten, gewährleistet werden. Beim Hochwasser im Juli 1997 waren zum Beispiel in diesem Bereich Dammbrüche in Harland oder Ganzendorf anzutreffen. Auch sind bei Sohlstufen, die Wanderungen von Fischen und anderen Tieren behindern, Seitenarme als Verbindung vorgesehen. Wo es keine unmittelbare Verbauung in Flussnähe gibt, sind Maßnahmen zum großflächigen Hochwasser-Rückhalt im Umland vorgesehen. Auch muss man Maßnahmen gegen das hohe natürliche Gefälle von rund 4 Promille und gegen die großen Schottermengen treffen, die talabwärts transportiert werden, nämlich die sogenannten Sohlstufen. Zudem trennen Dämme die Nebengewässer von der Traisen, sodass diese nicht mehr mit Wasser dotiert werden und verlanden.

Die Umsetzung des Gewässerbetreuungskonzeptes Traisen werden laufend während der Instandhaltungsarbeiten vorgenommen und sind als langfristiges Vorhaben zu sehen. Derzeit ist die Gestaltung der Traisen im Regierungsviertel von St.Pölten fertig. Hier wurde der Hochwasserschutz durch die Errichtung von Dämmen und den Neubau von zwei Sohlstufen vervollständigt. Auch wurde ein Seitenarm wiederhergestellt. Derzeit wird durch die Errichtung von Dämmen der Hochwasserschutz im Bereich von Harland fertig, was einen Aufwand von rund 20 Millionen Schilling erfordert. In nächster Zukunft sind lokale Dammbauten im Bereich von Pottenbrunn und Traismauer geplant. Auch ist die Anpassung von Querungen zwischen den Mühlbächen und der Eisenbahntrasse beziehungsweise der Schnellstraße 33 geplant; hier dringt derzeit noch Hochwasser in Siedlungsgebiete ein. Schließlich plant man noch Maßnahmen zur Sicherung von Brunnenschutzgebieten.

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