Cabana: Immer mehr Patienten erstellen Befund und Medikation selbst "Vom Befund zum Befinden" am Symposium "Ethik in der Medizin"

Bad Hofgastein (OTS) - Den Aspekt der gestiegenen
Eigenverantwortung vieler Menschen bei ihrer Gesundheit, beleuchtete der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, beim Ethik-Symposium des Grünen Kreuzes in Bad Hofgastein. Cabana kommt zum Schluß, daß heute immer mehr Patienten selbst ihren Befund erstellen und die Beschwerden mit Selbstmedikation kurieren wollen.

Cabana: "Diese Patienten kommen dann in die Apotheke, um ihren Entschluß sich selbst zu kurieren, vom Apotheker bestätigt zu bekommen, oder vom Apotheker von der dringenden Notwendigkeit des -insgeheim ohnehin gefürchteten - Arztbesuches überzeugt zu werden. Diesen Kontakt zum Apotheker schätzen die Patienten vor allem, weil er sozusagen im Vorbeigehen, ohne Wartezeit und Kosten und im Wissen einen fachlich kompetenten Experten gegenüber zu haben, möglich ist."

Diese Eigenverantwortung der Patienten, die vom Erstellen des Befundes bis hin zur Selbstmedikation geht hat, so Cabana, mehrere Ursachen:

- Das Informationsangebot steigt. Die Möglichkeit, Wissen über medizinische Zusammenhänge und Verhaltensweisen

  • Stichwort: "Informationsquelle Internet"
  • jederzeit und leicht findbar abzurufen, führt zu einem geänderten "Patienten"-Verhalten.

- Selbstmedikation steigt. Die Bandbreite jener Medikamente, die sich der Bürger sozusagen selbst verschreiben und besorgen kann, wird größer.

- Bedeutung seriöser Information steigt. Der Informationsbedarf der Bevölkerung über Wirkungen, unerwünschte Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten steigt. Das Gespräch über das Medikament wird für den Patienten wichtiger, gleichgültig ob er das Gespräch mit dem Apotheker oder Arzt führt.

- Die Patienten entscheiden selbst, wann sie Fachleute aufsuchen. Sie entscheiden immer mehr zwischen dem Krankheitsstadium, in dem sie einen Arzt aufsuchen und jenem Stadium, in dem sie noch nicht krank im klassischen Sinn sind, aber zur Verbesserung ihres Befindens genau definierte Maßnahmen setzen wollen.

Cabana: "Aus all diesen Gründen wird die Apotheke künftig für das Gesundheits-befinden der Menschen - noch weit mehr als heute - zur täglichen Drehscheibe der Gesundheitsinformation. Es ist einfach notwendig, Auskünfte über Gesundheit und Gesundheitsprodukte nicht Scharlatanen und Geschäftemachern zu überlassen, sondern dabei auf eine fundierte, wissenschaftliche Ausbildung, wie sie auch die Apotheker haben, zurückgreifen zu können. Untersuchungen im Auftrag der Apothekerkammer haben gezeigt, daß gerade die Österreicher dieses Angebot und dabei den persönlichen Kontakt mit den Apothekern, besonders schätzen."

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