LHStv. Dr. Bauer: Revitalisierung des Stempfelbaches

Naturnahes Bachrevitalisierungsprojekt im Weinvietel

St. Pölten, (SPI) – "Im Weinviertel, konkret in der Nähe der Gemeinde Lassee, soll so rasch als möglich ein für ganz Österreich beispielhaftes Bachrevitalisierungsprojekt gestartet. Die Planungen der Wasserbauabteilungüber die naturnahe
Gestaltung des Unterlaufes des Stempfelbaches sind bereits fertiggestellt – nun geht es nach der Schneeschmelze an die Arbeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fließgewässern Niederösterreichs entspringt der Stempfelbach nicht im
Hügelland, sondern hatte bis in die 60-er Jahre unseres Jahrhunderts seinen Ursprung im Speltengarten bei
Obersiebenbrunn im zentralen Marchfeld. Hier traten die "Sieben Brunnen” zu Tage, die unter Prinz Eugen von Dominique Girard und Lukas von Hildebrand in Obersiebenbrunn zum einzigen barocken Wassergarten Österreichs zusammengefaßt wurden. Von seinem Ursprung verläuft der Stempfelbach noch weitere 24 km durch das östliche Marchfeld und mündet bei Markthof in die March.****

Mit dem Absinken des Grundwasserspiegels verödete der bereits im Zuge weitgreifender Regulierungsmaßnahmen begradigte Bach in
seinem Oberlauf – erst ab Lassee zieht er heute noch Grundwasser ein. Im Zuge der Realisierung des Marchfeldkanalprojektes wurde
der Oberlauf des Stempfelbaches abgedichtet. Seit nunmehr fünf Jahren wird er mit etwa 200 l/s dotiert und führt wieder ständig Wasser. Neben der Restrukturierung des Gewässerlaufes wurden
einige angrenzende Waldflächen mit dem Bach vernetzt und die Entwicklung vielfältiger Lebensräume initiiert.

In seinem Unterlauf wurde der Stempfelbach durch die Maßnahmen
für das Marchfeldkanalsystem nicht verändert. Um eine Vernetzung des ökologisch interessanten Mündungsgebietes (Life-
Projektgebiet Marchauen) mit dem Oberlauf und damit mit dem Naturschutzgebiet in Obersiebenbrunn zu ermöglichen, soll
nunmehr der Gewässerabschnitt zwischen Lassee und Markthof revitalisiert werden. Dieser Abschnitt ist durch verschiedene Maßnahmen stark beeinträchtigt. Zudem reicht in Jahren mit hohem Grundwasserstand das bestehende Gewässerbett kaum aus, um einen wirkungsvollen Abfluß zu gewährleisten.

Tief gelegene Landwirtschaftsflächen am Stempfelbach (meist ehemalige Feuchtgebiete) sind häufig vernäßt. Auch sind die Böschungen entlang des Gewässers infolge der knappen Bemessung
des Abflußprofils über längere Strecken instabil, sodass der Stempfelbach seinen Lauf in mehreren Bereichen bereits verlegt
hat. "Mit dem vorliegenden Projekt sollen dem Stempfelbach
Flächen in einem Ausmaß von rund 20 Hektar zugeschlagen werden, das seiner Natur möglichst nahekommt. Dem historischen Vorbild entsprechend hat der Stempfelbach unterhalb von Lassee den
Charakter eines Mündungssumpfes. Wo der Erwerb von tief
gelegenen Flächen möglich ist, soll dem Stempfelbach innerhalb eines definierten Bereiches ausreichender Entwicklungsspielraum gewährt werden. Damit soll ein vielfältiger Lebensraum für die Pflanzen- und Tierwelt entstehen, typische Sumpfbewohner finden genauso wie Vögel, Aubewohner und seltene Fischarten eine neue Heimstadt”, so Naturschutzreferent LHStv. Dr. Hannes Bauer über das Projekt.

Für die geplanten Maßnahmen wurde im Rahmen eines Life-Projektes ein Antrag bei der EU gestellt und bisher ein Betrag von 2 Mio.
ATS an Förderungen bereitgestellt. Neben den Grundaufbringungskosten – wo die Gemeinde auch unterstützt
werden soll - sind für die Baumaßnahmen insgesamt ca. 15 Mio.
ATS veranschlagt.
(Schluss) fa

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