ÖGB: Draukraft versetzt GKB Bergbau in Köflach den Todesstoß

600 - 800 Kündigungen möglich!

Graz (ÖGB). Die Draukraft weigert sich, den vertraglich fixierten Preis für die Köflacher Braunkohle zu bezahlen. Die Zentralbetriebsräte (ZBR) Ludwig Eland für die Arbeiter und ÖGB-Vorsitzender Walter Pöschl für die Angestellten, befürchten das endgültige Aus für die GKB. 800 Arbeitnehmer könnten durch diesen Vertragsbruch ihren Job verlieren.++++
Mit dem Kohleliefervertrag aus dem Jahr 1977 mit Wirksamkeitsbeginn 1.1.1986, verpflichtete sich die Draukraft (ehemals ÖDK), ihr Braunkohlekraftwerk Voitsberg III bis ins Jahr 2008 mit Braunkohle aus dem Köflacher GKB Tagbau zu betreiben. Vor zwei Tagen übermittelten die Geschäftsführer der Draukraft den Köflachern die Hiobsbotschaft, den vertraglich festgelegten Braunkohlepreis von 505 S/Tonne mit Jänner 2000 einseitig auf 209 S/Tonne - bei einem Jahresvolumen von einer Million Tonnen - abzuändern.
Dieser Vertragsbruch würde die GKB (420 Beschäftigte) zur Schließung ihres Bergbaubetriebes zwingen, die des Weiteren auch die Schließung des Kraftwerkes Voitsberg III (120 Beschäftigte) zur Folge hätte, befürchten die Betriebsräte. Das wären, rechnet man die Beschäftigten der Zulieferbetriebe hinzu, 600 - 800 Kündigungen in einer seit Jahren durch Kündigungswellen schwer angeschlagenen Region. Dies würde dem Bezirk Voitsberg den Todesstoß versetzen, so Eland und Pöschl.
Beide fordern die politisch verantwortlichen in Bund und Land auf, die Draukraft zur Einhaltung des Vertrages anzuhalten. Denn der Braunkohlevertrag ist durch das ELWOG (Elektrizitätswirtschafts-Organisationsgesetz), das erst vor rund einem Jahr im Parlament beschlossen wurde, zusätzlich rechtlich abgesichert. Sollte das nicht gelingen würde die Region den größten Arbeitgeber verlieren. Die Menschen wären mangels angebotener Arbeitsplätze gezwungen abzuwandern. Die Vorgangsweise der Draukraft ist unverantwortlich, attestieren die beiden Zentralbetriebsräte. Graz, 14. Jänner 2000 Nr. 12

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