AK: Mehr Sicherheit auch bei Gebrauchsgütern - europäische Marktüberwachungsagentur schaffen

Lebensmittelagentur erstes positives Signal - muss aber auch kontrollieren

Wien (OTS) - Mehr Rechte für die neue EU-Lebensmittelagentur und eine Kontrollinstanz für Freizeit- und Haushaltsprodukte, fordern die AK-Konsumentenschützer. Denn bei gefährlichen Gebrauchsgütern haben die Konsumenten weiterhin zuwenig Sicherheit, kritisiert die AK. In Österreich und in den anderen EU-Ländern werden solche Produkte zwar kontrolliert, aber es sind zu viele verschiedene Behörden zuständig. Ebenso ist der Vollzug mangelhaft und funktioniert nicht EU-übergreifend. Die Konsumenten brauchen mehr Schutz vor unsicheren Produkten. Daher ist eine europäische Marktüberwachungsagentur für alle Konsumgüter notwendig, fordern die AK-Konsumentenschützer: Diese Agentur muss Produkte auf ihre Sicherheit überprüfen und Problemprodukte vom Markt nehmen können. Die EU-Kommission muss rasch die Schaffung einer solchen Agentur angehen. *****

Bei den Lebensmitteln haben die Konsumenten künftig mehr Sicherheit, sagen die AK-Konsumentenschützer. Das jüngst von der EU-Kommission vorgestellte Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit und -gesetzgebung sieht auch die Errichtung einer Europäischen Lebensmittelagentur bis 2002 vor.

Nach den zahlreichen Lebensmittelskandalen in der EU ist das Vertrauen der Konsumenten erschüttert. Das Weißbuch ist ein erster Schritt, um Missstände schneller aufzudecken. Die Lebensmittelagentur muss aber mehr Kompetenzen erhalten, fordern die AK-Konsumentenschützer. Sie soll nicht nur Daten sammeln, Stellungnahmen und Empfehlungen abgeben, sondern auch Lebensmittelkontrollen in ganz Europa durchführen können, unabhängig von der nationalen Lebensmittelüberwachung.

Mehr Sicherheit bei Freizeit- und Haushaltsprodukten
Wie bei den Lebensmitteln soll auch für die anderen Konsumgüter eine Marktüberwachungsagentur geschaffen werden, fordern die AK Konsumentenschützer. Auch die aktuelle Diskussion rund um die Nike-Sporttrikots macht deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht.

+ Zu viele Unfälle
In der EU passieren im Zusammenhang mit gefährlichen und unsicheren Produkten im Freizeit- und Haushaltsbereich im Jahr 80.000 Todesfälle und 40 Millionen Unfälle. In Österreich sind rund 650.000 Heim-, Freizeit- und Sportunfälle auf fehlerhafte oder gefährliche Produkte zurückzuführen. Der volkswirtschaftliche Schaden daraus ist enorm.

+ Produktüberwachung derzeit nicht wirksam
Derzeit ist die Überwachung der Produktsicherheit in Österreich und in den anderen EU-Ländern auf völlig verschiedene Behörden aufgesplittert. Auch der Vollzug ist mangelhaft und funktioniert schon gar nicht EU-übergreifend. Eine europäische Marktüberwachungsagentur für alle Konsumgüter ist daher dringend notwendig, verlangen die AK-Konsumentenschützer: In einem gemeinsamen Markt ist es unerlässlich, Einrichtungen zu haben, die die Produktsicherheit und auch das Marketing überwachen und einen fairen und sicheren europäischen Markt für die Verbraucher garantieren.

+ EU-Bürger wollen mehr Sicherheit
Die EU-Bürger sind mit der Produktsicherheits-Situation in der EU bislang unzufrieden. So sind nach einer Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 1997 drei Viertel der EU-Bürger für mehr Harmonisierung bei der Sicherheit und 60 Prozent meinen, dass nicht genug für die Sicherheit auf den Gütermärkten getan wird.

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