"Kleine Zeitung" Kommentar: "Absalutiert" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 14.01.2000

Graz (OTS) - Reformieren - das heißt alte Fehler unter einem
neuen Etikett zu machen, hat ein Beobachter gemeint. Aber strebendes Bemühen verdient Nachsicht.

Misstrauen ist angebracht, wenn die "Reformer" nach Experten rufen. Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis, bemäntelt man das Absalutieren vor der Wirklichkeit.

Der neue Wirtschaftsbundchef Christoph Leitl legt nach diesem Motto Formeln für ein Regierungsprogramm vor: Eine Reformgruppe soll über eine "effiziente, schlanke und kostengünstige Verwaltungsstruktur" nachdenken, für die Pensionsfinanzen eine Expertengruppe unter Bert Rürup ein Konzept ausarbeiten.

In der Politik gibt es keinen Patentschutz, das Rad kann ständig neu erfunden werden. Der deutsche Professor hat schon 1997 begutachtet, seine Vorschläge wurden nur in Ansätzen umgesetzt. Auswüchse der Bürokratie dienen seit 30 Jahren der Gruppentherapie in ungezählten Kommissionen.

Zusätzliche Papiere sind überflüssig. An Erich Kästner sei erinnert:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035Kleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS