Ein Jahrtausendprojekt für Wien: Die vergrößerte Hauptkläranlage

Einmal mehr internationale Umweltmusterstadt - Großinvestition von 13 Milliarden Schilling

Wien, (OTS) Tatsächlich ein "Jahrtausendprojekt" wird in Wien ab Mitte Jänner verwirklicht: Die Vergrößerung und Optimierung der Hauptkläranlage in Simmering. Naturgemäß liegen einem Vorhaben dieser Größenordnung vielschichtige Voraussetzungen und Auswirkungen zu Grunde, die von den Kommunalpolitikern und der Geschäftsleitung der Entsorgungsbetriebe Simmering (EBS) am Mittwoch Abend der Öffentlichkeit dargelegt wurden:
Finanzstadträtin Mag. Brigitte Ederer ging auf die grundsätzliche wirtschaftliche Bedeutung einer Investition in der Größenordnung von 13 Milliarden Schilling ein, und ebenso auf die arbeitsmarktpolitische Komponente, dass "bis auf Jahre hinaus mindestens sechshundert Menschen beschäftigt sein werden", Umweltstadtrat Fritz Svihalek betonte, dass der Titel "Umweltmusterstadt" allein für Wien nicht genüge, "die internationale Vorbildwirkung kann nur durch die Realisierung entsprechender Projekte untermauert werden. Das reicht von der optimalen Abwasserreinigung über die Klärschlammverbrennung bis zur Renaturalisierung von Wasserläufen im Wiener Raum, primär des Wienflusses". Seitens der Geschäftsführung der EBS wurde von den Direktoren DI Peter Bortenschlager darauf hingewiesen, dass "es
sich bei diesem Vorhaben um ein ökologisch optimiertes Gesamtkonzept handelt, dessen wichtigsten Teil die Erweiterung und Ertüchtigung der Hauptkläranlage bildet", und wie Dr. Ewald Klinger formulierte, die Investition von allein 3,6 Milliarden Schilling nur für die Hauptkläranlage selbst "bis zum Jahr 2005 die Voraussetzungen schafft, dass die Stadt Wien mit geschätzten 1,65 Millionen Einwohnern keine Entsorgungsprobleme haben
wird".****

Der Gesamtrahmen auf der Investitionsseite von rund 13 Milliarden Schilling umfasst neben dem Ausbau der Hauptkläranlage
- beispielsweise wird das Volumen der Klärbecken auf das 5-fache vergrößert - u.a. auch den Bau mehrerer Hauptsammelkanäle, etwa im Bereich des Donaukanals und des Wienflusses, einen Rückbau ("Renaturalisierung") des Wienflussbeckens, die Anlage eines Liesingbach-Sammelkanals mit Schließung der Kläranlage Blumental, also insgesamt ein sehr komplexes Vorhaben. Der Spatenstich für dieses Programm wird am Montag, dem 17. Jänner erfolgen.

Wien startet damit das dritte Jahrtausend mit der
Realisierung eines der größten Umweltschutzprojekte Europas, das insgesamt eine finanzielle Investition von rund 13 Milliarden Schilling erfordert. Die Schwerpunkte der ersten Erweiterungsphase sind:

o Erhöhung der Reinigungsleistung der Wiener Hauptkläranlage

und deren Erweiterung auf 4 Millionen Einwohnergleichwerte,
o Ausbau der Klärschlammentsorgung mit Errichtung eines vierten

Wirbelschichtofens.

Die seit Juni 1980 in Betrieb stehende Hauptkläranlage Wien reinigt derzeit im Durchschnitt täglich 500.000 Kubikmeter
Abwasser mit einer Schmutzfracht, die etwa 3,25 Millionen Einwohnergleichwerten entspricht. Da die Wiener Bevölkerung kontinuierlich zunimmt und zusätzliche Anschlüsse an das Kanalnetz vorgesehen sind, muss man bis zum Jahre 2010 mit einer Belastung
von rund 4 Millionen Einwohnergleichwerten und einer Steigerung
des Abwasserzuflusses bis zu 680.000 Kubikmeter pro Tag rechnen.

Allein diese steigende Belastung verlangt nach einer Erhöhung der vorhandenen Kapazitäten, gleichzeitig wird die Hauptkläranlage Wien auf die so genannte Vollbiologie erweitert, die eine optimale Reinigung des Wiener Abwassers garantiert. Damit wird auch der in Österreich gesetzlich vorgeschriebene Wirkungsgrad von 95 Prozent für BSB5 (biologischer Sauerstoffbedarf) und von 85 Prozent für die Parameter CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) und TOC (Gesamt-Kohlenstoff) noch übertroffen. Die Reinigungsleistung der derzeitigen Anlage beträgt bezogen auf BSB5 etwa 88 Prozent und
auf CSB sowie TOC etwa 80 Prozent. Die wesentliche Verbesserung
wird bei Stickstoff und Phosphor erreicht werden. Das dann aus der Hauptkläranlage in den Vorfluter Donaukanal und damit in die Donau gelangende gereinigte Wasser wird das Donauwasser unterhalb von
Wien auf die Güteklasse 2 verbessern.

Eine langwierige und aufwendige Untersuchung hat ergeben,
dass die Kapazitätsverbesserung der Hauptkläranlage Wien am besten und wirtschaftlichsten mit einem zweistufigen Konzept nach dem "Bypass-Verfahren" zu erzielen ist. Das ausgewählte Verfahren und die Auslegung der Anlage wurden durch umfangreiche Probeläufe in einer Versuchsanlage durch das Institut für Wassergüte und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien bestätigt. Den Platzbedarf für die 15 neuen Belebungsbecken sowie die zusätzlichen Einrichtungen hat man bereits bei der Errichtung der Hauptkläranlage Wien vor 20 Jahren berücksichtigt, die Erweiterungsflächen haben die Dimension mehrerer Fußballfelder.

Mehr Abwasser bei gleichzeitig höherem Reinigungsgrad
bedeutet naturgemäß auch einen stärkeren Anfall von Klärschlamm. Deshalb werden gleichzeitig mit dem Ausbau der Hauptkläranlage die Klärschlammentsorgung und -verbrennung in den Entsorgungsbetrieben Simmering ausgebaut.

Die Erweiterung der Schlammentsorgung umfasst folgende Maßnahmen:

o Schlammentwässerung,
o Wirbelschichtofenanlage 4 mit Entstickung,
o Rauchgaswäsche mit Wärmeverschiebesystem und Erweiterung

der Abwasserbehandlung,
o Rauchgasnachreinigung.

Die neuen Kapazitäten reichen dann aus, auch einem besonders starken Anfall von Klärschlamm zu bewältigen. (Schluss) pz/bs/vo

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