"Neues Volksblatt" Kommentar: "Pendelschlag" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 13. Jänner 2000

Linz (OTS) - Schuld ist nur der Wähler. Warum beging er auch den "Fehler", gleich drei Parteien einigermaßen gleich stark zu machen -obwohl doch immer feststand, wer mit wem will und mit wem nicht! Aber im Ernst: Es bringt nicht viel, sich jetzt künstlich über die Länge der Regierungsverhandlungen zu erregen. Noch nie lagen eben drei mittelgroße Parteien so eng beisammen und nur selten hatten sich Parteiführer schon vor einer Wahl bezüglich der möglichen Partner so einzementiert wie diesmal. Über den Sinn solcher Festlegung kann man diskutieren, über die Zähigkeit der Verhandlungen hinterher darf man sich nicht wundern. Immer klarer wird, daß die Idee des Bundespräsidenten zu Sondierungsgesprächen ein Flop war. Die Sonde blieb nur an der Oberfläche und drang verständlicherweise nie zu den harten Brocken wie Budget oder Pensionen vor. Jetzt scheint die Zeit knapp zu werden. Auf einige Tage darf es dabei sicher nicht ankommen. Nur ist dann auch für die ÖVP eine klare Entscheidung fällig. So verständlich der Wunsch ist, sich erst Klarheit schaffen zu wollen -der Bürger und Wähler will bald einmal wissen, ob und mit wem sie koaliert. Wolfgang Schüssel hat nach der Wahl viele Sympathien gewonnen. Das Pendel könnte auch zurückschlagen.

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