AK Tumpel: "Wiener Unternehmer müssen ausbilden"

Wiener Auffangnetz funktioniert - aber Wirtschaft nahm 400 Lehrlinge weniger auf

Wien (AK) - "Das Wiener Auffangnetz zur Jugendausbildung funktioniert. Nur dadurch haben wir es geschafft, dass sich der Lehrstellenmarkt in Wien wesentlich entspannt hat", reagierte heute, Mittwoch, AK Präsident Herbert Tumpel auf die Kritik von Wirtschaftskammer-Präsident Nettig am Auffangnetz. Das Auffangnetz startete erst am 15. November 1999 mit 777 Ausbildungsplätzen, nachdem die Wiener Unternehmer um 400 Lehrlinge weniger aufgenommen hatten als im Vorjahr - trotz insgesamt 27 gesetzlichen Erleichterungen dür Lehrbetriebe und im Schnitt 11.600 Schilling Förderung pro Lehrstelle und Jahr für Unternehmer. Tumpel appelliert an die Unternehmer: "Noch ist es nicht zu spät. Nehmt die Jugendlichen aus dem Auffangnetz auf! Schafft Lehrplätze für die Jugendlichen, die noch suchen!" Gleichzeitig fordert Tumpel die Fortsetzung des Auffangnetzes im Herbst 2000 - und wenn nötig eine Berufsfachschule. Zur Finanzierung sollen auch jene Unternehmen beitragen, die keine Jugendlichen ausbilden. ****

"Wer ausbildet, bekommt immer mehr Förderungen. Aber die Lockmittel wirken nicht", kritisiert AK Präsident Tumpel. "Nur eines hat geholfen: das Auffangnetz." Während die Wiener Wirtschaft im Herbst um 400 Lehrlinge weniger aufgenommen hat als im Vorjahr, bekamen 777 Jugendliche ab Mitte November einen Ausbildungsplatz in Berufslehrgängen und Lehrlingsstiftungen. Dadurch sank die Zahl der Wiener Lehrstellensuchenden von 1.100 auf rund 300. Und das Wiener Auffangnetz ist erfolgreich: Zwei Drittel der Wiener Jugendlichen, die im Jahrgang 1998/99 ihr erstes Lehrjahr in Berufslehrgängen und Lehrlingsstiftungen machten, fanden jetzt für’s zweite Jahr eine Lehrstelle im Betrieb.

"Auch dieses Jahr brauchen die Wiener Jugendlichen und ihre Eltern Sicherheit, dass sie eine gute Ausbildung bekommen", verlangt Tumpel. Er appelliert an die Wiener Unternehmer: "Noch ist es nicht zu spät. Nehmt die Jugendlichen aus dem Auffangnetz auf! Schafft Lehrplätze für die 300 Wiener Jugendlichen, die noch eine Lehrstelle suchen!" Notwendig sei aber eine dauerhafte Lösung, wenn die Wirtschaft keine neuen Ausbildungsplätze einrichtet. Das Auffangnetz soll auch im Herbst 2000 fortgesetzt werden. Wenn nötig, sollen Berufsfachschulen zur Jugendausbildung eingerichtet werden. Und Betriebe, die keine Jugendlichen ausbilden, sollen zahlen: Tumpel fordert einen Finanzierungsausgleich, mit dem ausbildende Betriebe und überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen gefördert werden.

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