Ärztekammer-Präsident zu Freistadt-Schlussbericht: Vorverurteilungen waren ungerechtfertigt

Wien (OTS) - Skandalisierung führte zu nachhaltigen Schäden

Scharfe Vorwürfe äußerte der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, nach Bekannt werden der abschließenden Expertengutachten zur "Spitalsaffäre" in Freistadt. "Mit diesen Expertisen erweisen sich die massiven Vorverurteilungen und die beispiellose Diffamierung des gesamten Ärztestandes als in höchstem Maße unfair und ungerechtfertigt", so Pjeta Mittwoch in einer Aussendung.

Das Gutachten des Bauchchirurgen Prof. Friedrich Wilhelm Schildberg von der Klinik München-Großhadern kommt zu dem Resultat, dass in keinem der untersuchten Fälle Behandlungsfehler vorliegen. Pjeta dazu: "Ich halte den Umgang der Öffentlichkeit
mit den Vorkommnissen im Spital Freistadt für extrem sorglos. War doch die erzielte Rufschädigung der Ärzte das Ergebnis unzulässiger Verallgemeinerungen und eines unvertretbaren Dranges zur Skandalisierung von Vorkommnissen, die erst überprüft werden mussten." Der ÖÄK-Chef weiter: "Ich appelliere daher an die betroffenen Medien und die Politiker, die mit ihren
Anschuldigungen schweren Schaden verursacht haben, gemeinsam mit
uns Ärzten das Vertrauen der Patienten in Spitäler und Ärzte wieder herzustellen."

Am Beispiel Freistadt zeige sich nach Pjeta, "das Desaster von Vorverurteilungen, wenn ein bloßer Verdacht von vornherein als Tatsache hingestellt wird". Diesen Strömungen sei man hilflos ausgeliefert. Daher sprach sich Pjeta dafür aus, Vorwürfe in Zukunft umfassend zu prüfen und die Beweise abzuwarten, bevor allfällige Konsequenzen gezogen würden. "Jedoch bleibt die Frage offen, wie sich die Ärzte im Interesse der Patienten in Zukunft
vor weiteren Pauschalverdächtigungen und Schäden schützen können, wenn jeder auch nur kleinste Verdacht - selbst wenn er 20 Jahre zurück liegt - skandalisiert, aufgebauscht und verallgemeinert wird." Die Ärzte seien sich ihrer hohen Verantwortung und
ethischen Bindungen durchaus bewusst. Das gleiche würden sie allerdings von anderen Berufsgruppen einfordern, so Pjeta abschließend. (Schluss)

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