Katzian: Anhebung des Frühpensionsalters nicht vertretbar

Budgetkonsolidierung nicht auf Kosten der älteren ArbeitnehmerInnen

Wien (GPA/ÖGB). "Die Vorschläge zur Anhebung des Frühpensionsalters ignorieren vollkommen die Beschäftigungssituation älterer ArbeitnehmerInnen", meinte heute der Zentralsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Wolfgang Katzian, bezugnehmend auf die aktuelle Diskussion, das Antrittsalter bei Frühpensionen um zwei Jahre anzuheben. "Dass auf Kosten der älteren ArbeitnehmerInnen Budgetkonsolidierung betrieben wird, ist aus Sicht der GPA mit Sicherheit nicht zu akzeptieren." ++++
Denn die "Trendwende" auf dem Arbeitsmarkt ging an den älteren ArbeitnehmerInnen vorüber: 54 % der FrühpensionistInnen waren vor dem Pensionsantritt arbeitslos. Alleine zwischen November 1996 und November 1999 stieg der Anteil der über 50-Jährigen Arbeitslosen von 16,6 % auf 22,2 %. Solange sich die Beschäftigungssituation älterer ArbeitnehmerInnen nicht bessert, bedeute die Anhebung des Frühpensionsalters für die Betroffenen real eine längere Arbeitslosigkeit. "Diese Maßnahme würde dem Staat zwar sicherlich Geld sparen, ist aber sozialpolitischer Zynismus", so Katzian.
Um das faktische Pensionsantrittsalter an die gesetzlichen Grenzen heranzuführen und so die Pensionsausgaben zu stabilisieren, sind wirkungsvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Altersarbeitslosigkeit notwendig. Es gilt daher, der herrschenden Praxis der Unternehmen, sich auf dem Weg der Frühpension von älteren Beschäftigten zu verabschieden, mit effektiven Maßnahmen entgegenzutreten.
"Zu berücksichtigen ist ausserdem, dass in den letzten Jahren Arbeitsbelastung, Stress und Leistungsdruck zugenommen haben, das frühere Pensionszugangsalter ist in diesem Zusammenhang auch gesundheitsbedingt zu sehen", schloss Katzian.

ÖGB, 12. Jänner 2000 Nr. 5

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