Steigender Bedarf an Technikern verlangt neue Initiativen

Einsatzgebiete in Nachrichtentechnik und Informatik gerade für Mädchen interessant

Wien (PWK) - "Im letzten Jahrzehnt ist es in Österreich zu einem Beschäftigungswachstum von fast 60 Prozent in technischen Berufen gekommen. Dabei ist eine steigende Beschäftigung von HTL-Absolventen festzustellen, wobei Unternehmensbefragungen und aktuelle Arbeitsmarktnachfragen nach wie vor einen steigenden Personalbedarf im Techniksektor signalisieren", erklärte der ibw-Experte Arthur Schneeberger. Derzeit gibt es etwa 4.700 Jugendliche mit einem HTL-Abschluss aus der Hauptform der Ausbildung und rund 1.600 aus einer Sonderform wie HTL für Berufstätige, Aufbaulehrgänge und Kollegs.

"Die zukünftigen Beschäftigungsmöglichkeiten der HTL-Absolventen werden in den traditionell quantitativ starken Fachgebieten wie Elektrotechnik und Maschinenbau in der Mehrheit der Branchen auf hohem Niveau konstant oder steigend gesehen. Nur vier Prozent geben einen schrumpfenden Bedarf bis 2001 an. Gerade in den jungen Bereichen der Nachrichtentechnik und Informatik gibt es zusätzliche Einsatzgebiete und Beschäftigungsmöglichkeiten für HTL-Absolventen", beschreibt Schneeberger das Ergebnis seiner Befragung.

Der Großteil der Unternehmen gab laut Schneeberger als wesentlichen Vorteil der HTL-Absolventen gegenüber einschlägigen Hochschulabsolventen an, dass diese beim Berufseinstieg jünger seien, flexibler im Einsatz und moderater in ihren Erwartungen. Die solide technische Qualifikation in Konstruktion, Berechnung und Fertigung sei nach wie vor eine wichtige Grundlage. Sie muss aber heute und in Zukunft durch zusätzliche Qualifikationen wie Projektmanagement, Fremdsprachenkenntnisse und Markt- und Kundenorientierung erweitert werden. Die Fachhochschule wird nach den Ergebnissen der Befragung eher eine Konkurrenz für TU-Absolventen werden, insbesondere in Einsatzgebieten der Grundlagenforschung, nicht aber für die breit einsetzbaren HTL-Absolventen.

Im letzten statistisch verfügbaren Lehrgang 1997 stellen Mädchen acht Prozent der HTL-Absolventen, 1987 lag dieser Anteil nur bei 3,5 Prozent. "Ohne die Erschließung zusätzlicher Begabungspotentiale, wie insbesondere der Mädchen und der Forcierung der Aufbaulehrgänge, HTLs für Berufstätige und Kollegs wird kaum eine notwendige Ausweitung der Zahl der HTL-Absolventen angesichts des steigenden Bedarfs möglich sein", resümiert Schneeberger das Ergebnis seiner Studie.

"Gerade die zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten geben den Kollegs auch im Zeitalter der Fachhochschulen ihre Berechtigung", argumentiert Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich, "da Maturanten so die Möglichkeit haben, in zwei Jahren den fachlichen Teil der HTL-Matura abzulegen." Piskaty: "In einem kurzen Zeitraum wäre es so möglich, die steigende Nachfrage an Technikern zu schließen und damit den Wünschen der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes nachzukommen."

"Um die Attraktivität der HTLs weiter zu erhalten, ist die Qualität der Lehrkräfte eine entscheidende Grundvoraussetzung. Gerade in den technischen Fächern sind hoch qualifizierte Lehrkräfte mit Wirtschaftspraxis eine wesentliche Voraussetzung zur Erhaltung der HTLs als Schulform für die geistige und technische Elite. Sie nehmen eine Sonderstellung im Schulsystem ein und benötigen daher auch Sondervorschriften, insbesonders bei der Rekrutierung von Praktikern und wirtschaftsnaher Weiterbildung durch Betriebspraktika", so Piskaty. (pt)

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